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Peter Lehmann Der moderne Elektroschock. Wirkungsweise, Risiken, Schäden und Alternativen
Gedruckte Buchausgabe · ca. € 19.90 ·
Preis
in sFr · ISBN 978-3-910546-28-8 PDF E-Book · ca. € 17.99 · Preis
in sFr · ISBN 978-3-910546-27-1
Cover im Großformat | Cover-Rückseite | Über den Autor | Inhaltsverzeichnis | Einleitung | Leseprobe | Home Über das BuchBetroffene, Angehörige, medizinisch Tätige, Juristinnen und Juristen, Betreuungspersonen, Pflegepersonal, Journalistinnen und Journalisten, die sich eine eigene Meinung bilden und/oder eine Vorausverfügung für oder gegen Elektroschocks ("Elektrokonvulsionstherapie") verfassen wollen, sollten dieses Buch lesen. Es liefert verständliche und wissenschaftlich belegte Informationen über die aktuellen Varianten des Elektroschocks, seine Risiken, Schäden und Alternativen. International auch in Österreich und der Schweiz verabreicht man zunehmend Elektroschocks: in psychiatrischen Kliniken, insbesondere in Universitätskliniken, gelegentlich auch ambulant in psychiatrischen Praxen. Dabei ist der im Faschismus entwickelte Elektroschock mit seinen aktuell von Herstellerfirmen eingestandenen Risiken, insbesondere »verheerenden kognitiven Folgen« und bleibenden Gedächtnisschäden, hoch umstritten. Dennoch pocht der Interessenverband der deutschen Psychiaterschaft, die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN), auf das Recht auf Verabreichung von Elektroschocks auch gegen den natürlichen Willen der Betroffenen. Ihnen will man sogar die sogenannte Erhaltungs-EKT aufzwingen, das heißt, nach der Klinikentlassung auf Dauer Elektroschocks jeden Monat. Elektroschocks verabreicht man besonders gerne Frauen und älteren Menschen. Mit Serien künstlich ausgelöster epileptischer Anfälle sollen psychische Probleme gelindert oder gelöst werden. Während die DGPPN Elektroschocks als Standardbehandlung (neben Antidepressiva und Neuroleptika) durchsetzen will, empfiehlt der Interessenverband der gemeindepsychiatrisch Tätigen, die Deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie e.V. (DGSP), gar Hochdosis-Elektroschocks. InhaltsverzeichnisDer Elektroschock und sein Zweck .....
Unerwünschte Wirkungen des Elektroschocks .....
Aufklärung, Diskussionen und Kritik .....
Fazit ..... Anmerkungen ..... Quellen ..... EinleitungWer denkt, der Elektroschock gehöre in die graue Zeit der Psychiatrievergangenheit, hat sich getäuscht. Psychiaterverbände in Deutschland, Südtirol (Italien), Österreich und der Schweiz riefen 2012 dazu auf, flächendeckend Elektroschockapparate anzuschaffen und konsequent, vorbeugend und kontinuierlich Elektroschocks zu verabreichen. Laut einer Statistik im Stern im März 2019 wurden 2016 in Deutschland 5700 Menschen Elektroschocks verabreicht, siebenmal mehr als vor 40 Jahren. In der Schweiz verzehnfachte sich die Elektroschockrate von 2007 bis 2010. Es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass sich die Situation in Österreich anders gestaltet. Im deutschsprachigen Raum werden derzeit die Elektroschockapparate Thymatron® und spECTrum eingesetzt. Produziert werden sie von den US-amerikanischen Firmen Somatics LLC bzw. Mecta Corporation. Sie sind mit einem modernen Design einschließlich LCD/Touchscreen ausgestattet und computergesteuert. Die Wirkungsweise des Elektroschocks die Auslösung eines großen epileptischen Anfalls ist allerdings unverändert. Heutige Anwender des Elektroschocks bevorzugen durchweg moderne Begriffe wie »Elektrokrampftherapie (EKT)«, »elektrische Durchflutungstherapie«, »Elektrokonvulsionstherapie«, »Elektrostimulation« oder »Schlaftherapie«. Hersteller und Vertriebsfirmen benutzen in ihren Produktbeschreibungen und Gebrauchsanleitungen nach wie vor auch den eingeführten und allgemein bekannten Begriff »Elektroschock«. Mit der »Stimulation«, das heißt dem Elektroschock, lösen Psychiater die beabsichtigten epileptischen Anfälle aus, vorwiegend bei Menschen mit sogenannten behandlungsresistenten Depressionen und Psychosen, bei Frauen und älteren Menschen. Mit den in Serien ausgelösten Hirnkrämpfen sollen ernsthafte psychische Probleme gelindert oder gelöst werden. In ihren an Psychiater gerichteten Produktbeschreibungen sprechen Hersteller von »verheerenden kognitiven Folgen«. Mit »kognitiv« meint man Funktionen, die mit Wahrnehmung, Denken, Wissen und Lernen verbunden sind. Aufmerksamkeit, Erinnerung, Kreativität, Planen, Orientierung, Vorstellungskraft und Wille zählen ebenfalls zu den kognitiven Fähigkeiten. Auf diese erheblichen Risiken weisen Psychiater vor der Verabreichung von Elektroschocks nicht hin. Über den Autor
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