Peter
Lehmann Kartoniert,
Nachdruck der Erstausgabe, XVIII + 428 Seiten, 180 Abbildungen, 14,8 x 21
cm, ISBN 978-3-925931-31-4. Berlin / Eugene / Shrewsbury: Antipsychiatrieverlag
2005. € 22.90 / sFr 34.50 / sofort lieferbar
Cover im Großformat | Cover-Rückseite | Über den Autor | Vorwort zur Neuauflage 2005 | Geleitwort | Pressestimmen | English information | Infoblatt zum Ausdrucken | Liefer- & Zahlungsbedingungen incl. Widerrufsrecht | home | zurück zur letzten Seite Welche gefährlichen Neuroleptikawirkungen Psychiater vor den Betroffenen, ihren Angehörigen sowie der interessierten Öffentlichkeit verbergen, Vorwort von Peter Lehmann zur Neuauflage 2005, Geleitwort von Jeffrey M. Masson. Erstausgabe 1986, 2. Auflage 1990, 3. Auflage 1993, spiralgebundene Ausgabe 2000 PRESSEMITTEILUNG vom 30.6.1990 (Die Pressemitteilung zur ersten Auflage von 1986 ist nicht mehr vorhanden.) Am 2.7.1990 erscheint die verbesserte und aktualisierte Neuauflage des Buches »Der chemische Knebel. Warum Psychiater Neuroleptika verabreichen«. In allen Psychiatrie-kritischen Kreisen hat die 1986 erschienene Erstauflage für Aufsehen gesorgt. Das Buch beschäftigt sich vorrangig mit den modernen psychiatrischen Psychopharmaka und gilt bereits jetzt als Standardwerk der Psychiatrie-Kritik. Von Asthma bis Schizophrenie, von Bettnässen bis Neurose, von Juckreiz bis Depression gibt es kaum eine Diagnose, die nicht den Einsatz von Neuroleptika nach sich ziehen kann. Dabei bestehen die Nebenwirkungen dieser psychiatrischen Medikamente aus schweren körperlichen, geistigen und psychischen Schäden (z. B. Schüttellähmung, Herzstillstand, Impotenz, Krebs, Zahnausfall, Selbsttötung). In diesem Buch deckt Peter Lehmann auf, was Psychiater vor den Betroffenen, ihren Angehörigen sowie der interessierten Öffentlichkeit verbergen. »Ich habe durch dieses Buch mehr über die geheime, innere Arbeitsweise der Psychiatrie gelernt als zuvor in zehn Jahren psychoanalytischer Ausbildung. Nach einer persönlichen Analyse und verschiedenen anderen Psychotherapien war das Lesen dieses Buches die beste Therapie, die ich je erlebte.« (Jeffrey M. Masson, aus dem Geleitwort) Mit freundlichen
Grüßen Vorwort zur Neuauflage 2005 Viele Jahre wurde ich immer wieder nach einer Neuauflage des »Chemischen Knebel« gefragt. Auch der überarbeite »Knebel«, der 1996 unter dem Titel »Schöne neue Psychiatrie« als Doppelband erschien, konnte die Interessierten nicht zufrieden stellen, trotz der dort aktualisierten und erweiterten Informationen zu Risiken und Schäden psychiatrischer Psychopharmaka. Die originalen Druckdateien des »Knebel« sind verloren, die noch vorhandenen Vorlagen für heutige Druckmaschinen nicht verwendbar. Nach jahrelangen Bemühungen gelang es nun, die einzelnen Buchseiten zu vertretbaren Preisen und in akzeptabler Qualität nachdrucken zu lassen als historisches Dokument. Qualitätsbedingt eignete sich die erste Auflage als Vorlage für den Nachdruck am besten. Historisch ist der »Knebel« in vielfältiger Hinsicht. Ein Register, wie es heutzutage mit verbesserter Computertechnik einfach zu erstellen ist, fehlt. Die Schrift ist sehr klein. Die hochgestellten Quellenangaben sind nur schwer zu entziffern. Das Layout ist gedrängt. Dokumente wie der Entwurf zum Sprechervertrag mit den Grünen (Anhang B) sind überholt. Die Sprache ist umständlich, die Sätze sind oft überlang. Die kommentarlose Illustration aktueller psychiatrischer Selektion zur »Langzeitmedikation« durch die Rampe von Auschwitz wäre heute nicht mehr denkbar auch wenn die ersten Gaskammern an Psychiatriebetroffenen getestet wurden. Zudem wurden Psychiatriebetroffene während des Nationalsozialismus zur Hunderttauschenden ermordet; Psychiater hatten langfristig die Machtübernahme der Nazis befürwortet und unterstützt, da sie Jüdinnen und Juden als rassebedingt psychisch krank betrachteten und sich von der Naziherrschaft den rechtsfreien Raum zur Durchsetzung ihrer verbrecherischen Absichten erhofften. Statt »Abspritzen«, dem Terminus für das Verabreichen tödlicher Giftspritzen, sollte man heutzutage besser differenzierend von »Niederspritzen« reden. »Psychiatrieopfer« ist ebenfalls ein Begriff der Antipsychiatrie der 80er Jahre, als es galt, das Leiden unter psychiatrischer Behandlung ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Mittlerweile sind Begriffe wie »Psychiatriebetroffene«, »Psychiatrieüberlebende« und »Psychiatrieerfahrene« gängig, wenn es darum geht, den Objektstatus, die Kraft zum Weiterleben oder die Kompetenz der Betroffenen zu eigenen Entscheidungen zu betonen. Hier noch ein paar Anmerkungen zu einzelnen Punkten: Die auf S. XIf. genannte Verfassungsbeschwerde gegen das BGH-Urteil VI ZR 177/81, das zivilrechtlich Untergebrachten das Recht auf Einsicht in die eigenen Behandlungsunterlagen abspricht, wurde wegen fehlender Aussicht auf Erfolg abgewiesen, ebenso die Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof in Straßburg. Informationen zum Recht auf Akteneinsicht finden Sie im Internet unter www.antipsychiatrieverlag.de/artikel/recht/akteneinsicht.pdf Der ebenfalls im Vorwort (S. XV) angesprochene freundschaftliche Kontakt zu Thomas S. Szasz besteht aufgrund Szasz' neuerer primitiv-kapitalistischer Schriften und seiner offenbaren Nähe zu den Scientologen nicht mehr. Der Anhang A »Tips zum Absetzen der Medikamente« ist nicht nur veraltet; die Aussage Richmans auf S. 385, Depotspritzen könnten »einfach« abgesetzt werden, da aufgrund der langen Halbwertzeit mit keinen Absetzproblemen zu rechnen sei, sollte ersetzt werden durch die Aussage aus »Schöne neue Psychiatrie«, Band 2 (1996): »In Abweichung von Richman empfahl sein Kollege Helmut Fexer insbesondere bei Verabreichung von Depotneuroleptika über einen längeren Zeitraum, auch Depotspritzen in stufenweiser Dosierung zu reduzieren, d.h. ml für ml. Wer den gelegentlich nervenaufreibenden Diskussionen mit den Verabreichern von Depotspritzen aus dem Weg gehen will, kann sich an einem praktischen Vorschlag Seibts orientieren: Unter Umständen ist auch als erster Schritt der Umstieg auf Tabletten zu empfehlen, da sich diese besser nach dem momentanen Befinden dosieren lassen.« (S. 446) Zum Thema Absetzen empfehle ich das von mir herausgegebene Buch »Psychopharmaka absetzen Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium, Carbamazepin und Tranquilizern«. Das Neuroleptikaverzeichnis (Anhang C) ist überholt. Ein aktuelles Verzeichnis finden Sie im Internet unter www.antipsychiatrieverlag.de/verlag/titel/absetzen/psychopharmakaliste.htm Einige kleine Korrekturen: Bei dem antero- und retrograden Gedächtnisverlust durch Elektroschocks auf S. 68 geht es nicht um vor- bzw. rückwärts gerichtete Gedächtnisprobleme, sondern um Schädigungen des Frisch- bzw. Langzeitgedächtnisses. Der auf S. 62 und 408 genannte Burckhardt heißt mit Vornamen Gottlieb. Die 5.000 Patienten auf der siebt- bis fünftletzten Zeile der S. 173 wurden nicht in der Mount-Sinai-Anstalt in Elmhurst/New York behandelt, sondern von Psychiatern in New York City. Der Psychiater in der vierten Zeile der S. 177 heißt nicht Doempfer, sondern Doepfmer. Die korrekte Quelle auf S. 321, 20. Zeile, lautet: Benkert, Otto / Hippius, Hanns: »Psychiatrische Pharmakotherapie«, Berlin / Heidelberg / New York, 2. Auflage 1976, S. 164. Der Autor der Quelle Nr. 664 heißt nicht Langenegger, sondern Langegger. Zum Schluss: Im Nachwort auf S. 375 riet ich 1986, sich an Psychiatriebeschwerdezentren zu wenden, die Irren-Offensive e.V. zu unterstützen und antipsychiatrische Zeitschriften zu lesen. Außerdem bat ich um Spenden für meine Akteneinsichtsklage. Diese benötige ich nicht mehr, weitere Kosten entstanden glücklicherweise nicht. Beschwerdezentren gehören fast vollständig der Vergangenheit an. Der Türspalt erscheint schon lange nicht mehr. Die Irren-Offensive in Berlin ist leider eine sektiererische Gruppe geworden, die Qualität ihrer Zeitschrift ist entsprechend. Nach empfehlenswerteren Selbsthilfegruppen in Deutschland kann man sich beim Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. telefonisch erkundigen. Über Selbsthilfe und Alternativen zur Psychiatrie auch im Ausland finden Sie im Internet Informationen unter www.antipsychiatrieverlag.de/info/stattpsychiatrie.htm Berlin, Februar 2005 Geleitwort · Amerikanischer Originaltext Beim Lesen dieses Buches begriff ich viele Dinge: die Gefahr, die von antipsychotischen Medikamenten ausgeht, das heimliche Einverständnis deutscher Psychiater mit der Endlösung (der Ermordung psychiatrischer Patienten und Patientinnen) während des 2. Weltkriegs, die Heuchelei der modernen Psychiatrie. Aber vor allem half es mir, mich selbst zu verstehen, und zuletzt verschlug es mir den Atem. »In der Tat,« sagte ich mir, »dies ist wirklich wahr: Es hat mich überzeugt. Deshalb bin ich nicht für die Reform der Psychiatrie, sondern für ihre Abschaffung, wie ich auch für die Abschaffung der Sklaverei oder der Apartheid bin. Wenn etwas falsch ist, moralisch falsch, verschwende deine Energie nicht damit, es zu erhalten, sondern lasse es hinter dir.« Ich habe durch dieses Buch mehr über die geheime innere Arbeitsweise der Psychiatrie gelernt als zuvor in zehn Jahren psychoanalytischer Ausbildung. Nach einer persönlichen Analyse (fünf Tage in der Woche über fünf Jahre) und verschiedenen anderen Psychotherapien war das Lesen dieses Buches die beste Therapie, die ich je erlebte. Intuitiv hatte ich gefühlt, dass Psychiater Verbrechen gegen die Menschlichkeit verüben. Aber es war schwierig, diese Intuition in Worte zu fassen. Nun nimmt Peter Lehmann der Psychiatrie auf einen Schlag alles Mystische, so dass, wenn jemand sagt, »Psychiater meinen es gut«, die Antwort sein muss: »Nein, sie tun das, was sie meinen, und sie meinen es schlecht.« Peter Lehmann stellt kurz und bündig fest: »Ihre eigene Tätigkeit besteht darin, gesunde Menschen mit Medikamente genannten Giften krank zu machen«, und dies ist präzise das, was Psychiater aufs beste tun. Lesen Sie dieses Buch, und Sie werden sich fühlen, als kämen Sie aus dem Nebel in lichten Sonnenschein. Vieles, was Ihnen verdächtig war und was Sie intuitiv fühlten, wird völlig klar werden. All meine schlimmen Verdächtigungen gegen die Psychiatrie wurden bestätigt durch dieses Buch, das eine einfache und humane Sprache spricht. Es ist eine Arbeit von richtungsweisender Klarheit. Schlagartig erkannte ich, dass wir alle auf dieselbe (schlechte) Weise auf Neuroleptika reagieren: sogenannte normale Leute, Psychiater, sogenannte Schizophrene und sogar Spinnen, die dann aufhören, Netze zu spinnen ohne Zweifel ein Triumph der Psychiatrie. Nirgendwo sonst wurden die vielen ernsten Gefahren der Neuroleptika derart sorgfältig katalogisiert. Lesen Sie dieses Buch, werfen Sie Ihre Psychopharmaka weg, verlassen Sie Ihren Psychiater und geloben Sie, niemals einen anderen Menschen »verrückt« zu nennen außer in liebevollem Scherz. Jeffrey
M. Masson,
»Angesichts des riesigen Verwendungsbereichs, in dem Neuroleptika, d.h. Medikamente gegen Schizophrenie eingesetzt werden, ist es sehr verwunderlich, dass weltweit ein Mangel an angemessenen Veröffentlichungen über ihre Wirkungsweise und Auswirkungen herrscht... Peter Lehmann, Autor des Buches Der chemische Knebel, schafft mit seiner Veröffentlichung ein Gegengewicht, indem er aufdeckt, was Psychiater vor den Betroffenen, ihren Angehörigen sowie der interessierten Öffentlichkeit verbergen.« (Grauer Panther/BRD) »Nichts für Psychiater mit schwachen Nerven. Hier ist ein Buch geschrieben über Psychopharmaka, geschrieben von einem, der sich wirklich damit auskennt. Er kennt mehr Fachliteratur als die meisten Psychiater, aufstrebende Assistenzärzte an Universitätskliniken eingeschlossen... Peter Lehmann ist mit diesem Buch eine bisher einmalige engagierte Synthese der wissenschaftlichen Literatur über Psychopharmaka gelungen. Sein Engagement, wurzelnd in der Erfahrung am eigenen Leib, ist auf ganz andere Art ernst zu nehmen als jede Menge Engagement im wohlverstandenen Interesse der uns anvertrauten psychisch Kranken. Hoffentlich wird das Buch von vielen meiner offenen und nachdenklichen Kollegen gelesen und darüber gestritten.« (Dr. med. Carola Burkhardt, Psychiaterin, Zeitschrift zur Antipsychiatrie/BRD) »Besonders pikant ist, dass nahezu sämtliche Aussagen des Buches auf eigenen, zum Teil unveröffentlichten Untersuchungen von Psychiatern und Psychopharmaka-Herstellern beruhen.« (Roland Walther, Integro/Schweiz) »Ich habe nie zuvor bei einem Buch so deutlich gemerkt, dass da Herrschaftswissen enteignet und von einer neuen Souveränität angeeignet worden ist.« (Dorle Klemm, Psychologie & Gesellschaftskritik/BRD) »... ein profundes Nachschlagewerk. Wer sich vor der kritischen Auseinandersetzung mit einem scharfen Kritiker der heutigen Psychiatrie nicht scheut, dem kann ich dieses Buch nur sehr empfehlen.« (Gerald Schmidt, Pro Mente Sana Aktuell/Schweiz) »Eine umfassende Abrechnung mit der herrschenden Psychiatrie.« (Schweizerische Patienten-Zeitung) »Das Buch ist ungemein intensiv und zieht Selbst-Verständliches in den Bereich des Be-Denklichen.« (Soziale Medizin/Schweiz) »In der Tendenz und Radikalität vergleichbar mit den Schriften von Th. Szasz.« (Uwe-F. Obsen, EKZ Informationsdienst der Einkaufszentrale für öffentliche Bibliotheken/BRD) »Peter Lehmann, der aus über 1100 psychiatrischen Forschungsberichten grauenhafte Tatsachen über diese zweifelhafte und umstrittene Wissenschaft zutage förderte, hat es mit seinem erfrischenden, antipsychiatrischen Stil geschafft, die sonst nur in Medizin-Chinesisch artikulierten Vorgänge in gut lesbares Deutsch zu übersetzen und in eine auch für Laien spannende Lektüre zu verwandeln.« (Eraserhead, TIP Berlin-Magazin) »Kaum jemand hat sich so intensiv wie Peter Lehmann mit der Wirkung der Neuroleptika auseinandergesetzt. Lehmann deckt mit größter Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit einen unheimlichen Skandal auf. Äußerst nützlich und wichtig sind im Anhang des Buches die Tips zum Absetzen der Neuroleptika. Lehmanns Buch ist ein notwendiges, aber auch ein trauriges Buch, ein Buch, das für Laien und Fachleute zur Pflichtlektüre erklärt werden sollte. Im deutschen Sprachraum, ja sogar weltweit, fehlte ein Buch mit dieser Fülle von verständlich dargestellter Information.« (Dr. med. Marc Rufer, Zürich) |