Peter Lehmann

PsychPaV – Psychosoziale Patientenverfügung

Eine Vorausverfügung gemäß StGB § 223 und BGB § 1901a

Homepage des Antipsychiatrieverlags
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Kostenloser Download der Psychosozialen Patientenverfügung

  • Teil 1 – Erläuterung und Gebrauchsanweisung:  pdf  /  Word-Datei
  • Teil 2 – Rahmen für Ihre Persönliche und Allgemeine Erklärung:  pdf  /  Word-Datei

Der psychiatrische Freiheitsentzug ist ein Risiko, mit dem wir leben müssen – noch. Aber wie steht es mit der Zwangsbehandlung? Menschen wie Sie und ich können – in Anlehnung an das Patiententestament und den Letzten Willen – im Zustand der nicht angezweifelten Vernunft und Normalität eine schriftliche Erklärung verfassen, in der sie genau und wohlüberlegt festlegen, wie sie behandelt – oder aber nicht behandelt – werden wollen, sollten Dritte sie als »einwilligungsunfähig« (oder gleichbedeutend als »selbstbestimmungsunfähig«) diagnostizieren. Diese Erklärung wird im 2009 reformierten deutschen BGB »Patientenverfügung« genannt.

Die Idee zu einer an den Letzten Willen angelehnten Vorausverfügung für den psychosozialen Bereich stammt von Walter Block, einem aus Österreich stammenden anarcho-libertären Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Loyola University New Orleans. Der Psychiater Thomas Szasz (1920-2012) griff Blocks Idee auf und machte sie der psychiatriekritischen Fachwelt unter dem Titel »The Psychiatric Will« (Das Psychiatrische Testament) bekannt. Die PsychPaV ist eine Weiterentwicklung des Psychiatrischen Testaments, das – basierend auf StGB § 223 (Körperverletzung) – ursprünglich von dem Rechtsanwalt Hubertus Rolshoven veröffentlicht wurde (siehe Anmerkung).

Herkömmliche Vorausverfügungen sind meist auf irreversible Hirnschädigungen und den Sterbeprozess ausgerichtet und sparen Verfügungen für den psychosozialen Bereich (einschließlich die Verabreichung von Psychopharmaka in Alten- und Pflegeheimen) komplett aus. Die Psychosoziale Patientenverfügung eignet sich deshalb sowohl zur eigenständigen Verwendung für Personen, die eine Verfügung nur für den psychosozialen Bereich verfassen wollen, als auch zur Ergänzung herkömmlicher Vorausverfügungen (empfehlenswert: Lothar Fietzek / Therese von Zweydorf: »Für den Fall, dass... – Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung«, Berlin: Edition Vorsorge / Lothar Fietzek Verlag).

Die PsychPaV ist nicht zu verwechseln mit der PsychPV (Psychiatrie-Personalverordnung) – Verordnung über Maßstäbe und Grundsätze für den Personalbedarf in der stationären Psychiatrie.

Rechtlicher Hinweis

Peter Lehmann ist kein Jurist, auch kein Arzt. Aus diesem Grund weist er jegliche Verantwortung zurück für jede Art von Schaden an Personen, deren Rechte und Eigentum, der mit der Information über Vorausverfügungen und Psychopharmaka in diesem Text oder dem Zur-Verfügung-Stellen von Gedanken und Ideen über deren Gebrauch oder Nicht-Gebrauch in Verbindung gebracht werden könnte. Seine Qualifikation ist auf seiner Homepage www.peter-lehmann.de ausführlich beschrieben.

Bitte schicken Sie Verbesserungsvorschläge zur PsychPaV an Peter Lehmann, mail[at]peter-lehmann.de

Anmerkung

Hubertus Rolshoven (1946-2003), verfasste sie unter dem Titel »Materialien zum Psychiatrischen Testament« als Anhang zu: Thomas S. Szasz: »Das Psychiatrische Testament«, Berlin: Antipsychiatrieverlag 1987, S. 41-53. Die zweite, von Hubertus Rolshoven und seinem Kollegen Peter Rudel überarbeitete Version des Psychiatrischen Testaments erschien unter dem Titel »Das formelle Psychiatrische Testament – Gebrauchsanweisung und Mustertext« in: Kerstin Kempker / Peter Lehmann (Hg.): »Statt Psychiatrie«, Berlin: Antipsychiatrieverlag 1993, S. 282-298.
zuletzt aktualisiert am 8. Februar 2017