Peter Lehmann

PsychPaV – Psychosoziale Patientenverfügung

Eine Vorausverfügung gemäß StGB § 223 und BGB § 1901a


Kostenloser Download der Psychosozialen Patientenverfügung

Rechtlicher Hinweis

Menschen wie Sie und ich können im Zustand der nicht angezweifelten Vernunft – in Anlehnung an das Patiententestament und den Letzten Willen – ihre Optionen schriftlich benennen, wie sie im Fall einer psychischen Krise behandelt werden wollen. Und sie können festlegen, wie sie gegebenenfalls nicht behandelt werden dürfen, sollten Dritte sie als »einwilligungsunfähig« (oder gleichbedeutend als »selbstbestimmungsunfähig«) diagnostizieren. Diese Erklärung wird im 2009 reformierten deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) »Patientenverfügung« genannt.

Herkömmliche Vorausverfügungen sind meist auf unumkehrbare Hirnschädigungen und Sterbeprozesse ausgerichtet und sparen Verfügungen für den psychosozialen Bereich komplett aus (einschließlich die Verabreichung von Psychopharmaka in Alten- und Pflegeheimen). Die Psychosoziale Patientenverfügung (PsychPaV) eignet sich deshalb sowohl zur eigenständigen Verwendung für Personen, die eine Verfügung nur für den psychosozialen Bereich verfassen wollen, als auch zur Ergänzung herkömmlicher Vorausverfügungen (empfehlenswert: Lothar Fietzek / Therese von Zweydorf: »Für den Fall, dass... – Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung«, Berlin: Edition Vorsorge / Lothar Fietzek Verlag).

Die PsychPaV können Menschen verwenden, die für den Krisenfall oder den Fall altersbedingter psychischer Probleme eine spezielle psychiatrische Behandlung einfordern, als auch solche, die sich vor ihr schützen wollen. Die Wiederkehr des Elektroschocks, den Psychiater bei einer Vielzahl von Indikationen anwenden wollen und für den sie keinerlei Kontraindikation sehen, macht die Notwendigkeit der PsychPaV aktueller denn je.

Die Idee zu einer an den Letzten Willen angelehnten Vorausverfügung für den psychosozialen Bereich stammt von Walter Block (geb. 1941), einem aus Österreich stammenden Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Loyola University New Orleans. Der Psychiater Thomas Szasz (1920-2012) griff Blocks Idee auf und machte sie unter dem Titel »The Psychiatric Will« (Das Psychiatrische Testament) bekannt. Die PsychPaV ist eine Weiterentwicklung des Psychiatrischen Testaments, das – basierend auf StGB § 223 (Körperverletzung) – der Berliner Rechtsanwalt Hubertus Rolshoven (1946-2003) gemeinsam mit Psychiatriebetroffenen entworfen hatte.

Die PsychPaV ist nicht zu verwechseln mit der PsychPV (Psychiatrie-Personalverordnung – Verordnung über Maßstäbe und Grundsätze für den Personalbedarf in der stationären Psychiatrie). Sie hat auch nichts zu tun mit Behandlungsvereinbarungen, in denen man Psychiatern vorauseilend zugesteht, »im Notfall« Zwangsbehandlungen zu vollziehen.

Rechtlicher Hinweis

Peter Lehmann ist kein Jurist, auch kein Arzt. Aus diesem Grund weist er jegliche Verantwortung zurück für jede Art von Schaden an Personen, deren Rechte und Eigentum, der mit der Information über Vorausverfügungen, Psychopharmaka und Elektroschocks in diesem Text oder dem Zur-Verfügung-Stellen von Gedanken und Ideen über deren Gebrauch oder Nicht-Gebrauch in Verbindung gebracht werden könnte. Seine Qualifikation ist auf seiner Homepage www.peter-lehmann.de ausführlich beschrieben.


Bitte schicken Sie Verbesserungsvorschläge zur PsychPaV an Peter Lehmann, mail[at]peter-lehmann.de

Die Erstellung der PsychPaV und ihre fortwährende Überarbeitung macht viel Arbeit. Wenn Sie diese durch eine kleine Spende honorieren wollen, können Sie diese überweisen per PayPal an mail[at]peter-lehmann.de oder auf Peter Lehmanns Bankkonto (IBAN auf Nachfrage).

Bitte beachten Sie auch Peter Lehmanns Fortbildungsangebot zur Arbeit mit der PsychPaV.

zuletzt aktualisiert am 22. Juni 2018