Über den Antipsychiatrieverlag

Durchsetzung von 
Menschenrechten und humanistisch orientierter Unterstützung von 
Menschen mit 
psychiatrischen Problemen und Diagnosen

Unser Programm

Das Programm des Antipsychiatrieverlags ist orientiert an den Interessen Psychiatriebetroffener, die Wert auf volle Beachtung ihrer Menschenrechte einschließlich des Rechts auf körperliche Unversehrtheit, auf Selbstbestimmung sowie angemessene und gewaltfreie Unterstützung legen. Peter Lehmann, der Gründer des Antipsychiatrieverlags, kannte die Probleme Psychiatriebetroffener aus eigener Erfahrung.

Humanistische Antipsychiatrie ist eine undogmatische und humanistische Weltsicht, Haltung und Praxis. Es handelt sich um Antworten auf die Frage, wie Menschen in psychischer Not bestmöglich geholfen werden kann bzw. sie sich selbst helfen können – geschützt vor der fundamentalistischen, ideologisch geprägten und mit biologischen und elektrotechnischen Methoden operierenden Psychiatrie.

Das griechische »Anti« bedeutet mehr als ein simples »gegen« (wie zum Beispiel in »Antidepressiva« oder »Antipsychotika«). Es heißt auch »gegenüber« oder »alternativ«. Freundinnen und Freunde der Pharmaindustrie und der (von formeller und informeller Gewalt geprägten) Schulpsychiatrie versuchen, die moderne, nutzergetragene und -definierte humanistische Antipsychiatrie totzuschweigen.

Humanistische Antipsychiatrie ist von Widerspruchsgeist und der grundlegenden Erkenntnis erfüllt, dass

  • die psychiatrische Diagnostik den Blick auf die wirklichen Probleme des einzelnen Menschen in der Gesellschaft verstellt,
  • die Psychiatrie als medizinische (und naturwissenschaftliche) Disziplin dem Anspruch, psychische Probleme überwiegend sozialer Natur zu lösen, nicht gerecht werden kann und
  • die psychiatrische Gewaltbereitschaft und -anwendung eine allgegenwärtige Bedrohung darstellt.

Deshalb bedeutet humanistische Antipsychiatrie, sich zu engagieren

  • für die Sicherung der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit psychiatrischen Diagnosen und Problemen und ihre rechtliche Gleichstellung mit normalen Kranken (was die Gleichheit psychiatrisch Tätiger vor dem Strafrecht beinhaltet),
  • für die Aufklärung über Risiken und Gefahren psychiatrischer Psychopharmaka und Elektroschock
  • für die Unterstützung beim selbstbestimmten Absetzen psychiatrischer Psychopharmaka und die Verwendung alternativer psychotroper, das heißt, die Psyche beeinflussender, und weniger giftiger Substanzen,
  • für die Ächtung des Elektroschocks bis hin zu seinem Verbot,
  • für den Aufbau angemessener und wirksamer Hilfe für Menschen in psychosozialer Not,
  • für die Organisierung von Menschen mit psychiatrischen Diagnosen und Problemen und die Zusammenarbeit mit anderen Menschenrechts- oder Selbsthilfegruppen sowie mit unterstützenden Expertinnen und Experten,
  • für neue Formen des Lebens mit Verrücktheit und Andersartigkeit sowie
  • für Toleranz, Respekt und Wertschätzung von Vielfalt auf allen Ebenen des Lebens.

Humanistische Antipsychiatrie unterscheidet sich von der alten, akademisch und patriarchalisch geprägten Antipsychiatrie durch die Wertschätzung des Erfahrungsschatzes Psychiatriebetroffener, die Überwindung einer männlich dominierten Perspektive speziell aus reichen Ländern und die Förderung menschenrechtsbasierter psychosozialer Unterstützungsformen.

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