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Tina Stöckle
Die Irren-Offensive – Erfahrungen einer Selbsthilfe-Organisation von Psychiatrieüberlebenden

Cover Kartoniert, VIII + 300 Seiten, 36 Abbildungen, Faksimiles, 14,8 x 21 cm
ISBN 978-3-925931-33-8

Berlin / Eugene / Shrewsbury: Peter Lehmann Antipsychiatrieverlag
Neuausgabe 2005 (erweiterter Nachdruck der Originalausgabe von 1983)

€ 23.90 / Preis in sFr

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Gemeindepsychiatrie, Sozialpsychiatrie, alternative Psychiatrie usw. sind Schlagwörter sich fortschrittlich dünkender Psychiater, die alles anstellen, nur eines nicht: die Betroffenen selbst fragen, was diese eigentlich wollen. In diesem Buch kommen Mitglieder der Irren-Offensive Berlin der 80er Jahre ausführlich zu Wort. Aus den Interviews und aus der Perspektive ihrer eigenen Betroffenheit entwickelte Tina Stöckle Kriterien einer Alternative zur Psychiatrie, die sich an den Interessen von nach Freiheit und Selbständigkeit strebenden Betroffenen orientiert.

Daran gemessen entpuppt sich die Sozialpsychiatrie als reines Befriedungsverbrechen. Die (damalige) Praxis der Irren-Offensive, in ihren Möglichkeiten und Grenzen ins Verhältnis gesetzt zu den in den Interviews formulierten Bedürfnissen, zeigt, worauf es in einer autonomen Selbsthilfegruppe von Psychiatriebetroffenen ankommt: Zusammenschluss; Kampf gegen die Psychiatrie und für Menschenrechte; kollektive Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen; Selbstorganisation und Selbsthilfe; Befreiung vom psychiatrischen Einfluss; Suche nach dem Sinn des Wahnsinns; Autonomie und persönliche Entfaltung; kritische Auseinandersetzung mit »Experten«; Abbau der Machtverhältnisse innerhalb der Gruppe und Widerstand gegen Fremdkontrolle.

Zur Neuausgabe von 2005: »Die Irren-Offensive« erschien original 1983 im Extrabuch-Verlag. 2000 wurde das Buch im Antipsychiatrieverlag erstmals wieder aufgelegt. Die Neuausgabe enthält ein Nachwort von Peter Lehmann und die Laudatio anlässlich der Verleihung des Ingeborg-Drewitz-Preises der Humanistischen Union Berlin 2004 an das Weglaufhaus »Villa Stöckle« in Berlin. [Achtung: Die derzeit in Berlin bestehende Gruppe »Irren-Offensive« hat – vom Namen abgesehen – nur noch wenig mit der von Tina Stöckle beschriebenen basisdemokratischen und undogmatischen Gruppe gemeinsam.] English information

Foto von Tina StöckleDie Autorin

Tina Stöckle, geboren am 12. September 1948 in Günzburg (Bayern). Hauptschullehrerin, mehrmals in Psychiatrischen Anstalten interniert. Zweitstudium Sozialpädagogik an der Technischen Universität Berlin. Stieß im Herbst 1980 auf die Irren-Offensive e.V. Berlin und leistete ab 1983 wesentlichen Anteil am Aufbau des (mit Landesmitteln finanzierten) Treffpunkts der Irren-Offensive sowie an seinem Betrieb. Seit 1982 engagierte sie sich für die Idee des Weglaufhauses. 1989 Gründungsmitglied des Vereins zum Schutz vor psychiatrischer Gewalt e.V. Gestorben am 8. April 1992. Ihr zu Ehren trägt das Weglaufhaus in Berlin den Beinamen »Villa Stöckle«.