Dorothea Sophie Buck-Zerchin
Autorin | Leseprobe | Pressestimme | Liefer- & Zahlungsbedingungen incl. Widerrufsrecht | home | zurück zur letzten Seite Mehr als 30 Jahre nach ihrem letzten Anstaltsaufenthalt beschreibt die Autorin Dorothea Buck, Ehrenvorsitzende des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener, bildhaft ihr Verrücktwerden und ihre Psychiatrisierung. Völlig überarbeitete Neuauflage, herausgegeben von Hans Krieger (frühere Ausgaben: original 1990 im List Verlag; ca. 1994/95 bei Bastei-Lübbe, 1990 Econ / List) Original-Verlagsinfo Dieser Titel erscheint als Neuausgabe im Paranus Verlag der Brücke Neumünster gGmbH in Zusammenarbeit mit dem Anne Fischer Verlag, Norderstedt. "Meine psychotischen Erfahrungen haben mein Leben sehr bereichert. Der Schock aber, wegen dieser Erfahrungen bekämpft, entwertet und zwangssterilisiert zu werden, war einschneidend und wirkt bis heute nach. Doch erst die lange verschwiegenen psychiatrischen Patientenmorde drängten mich zum Schreiben auch dieses Buches." Der Erlebnisbericht von Dorothea Sophie Buck-Zerchin wurde zu einem Fanal im doppelten Sinn: Einerseits klagt er in überzeugender Weise eine gesprächslose und defizitorientierte Psychiatrie an. Andererseits ist er ein ermutigendes Beispiel dafür, dass eine Psychose heilbar sein kann, wenn ihr Sinn verstanden und ins Leben einbezogen wird. Dieses mittlerweile zum Klassiker gewordene Buch hat sehr viel in Bewegung gebracht. Davon erzählt die Autorin in einer Ergänzung dieser Neuausgabe. Außerdem wurden 16 Seiten mit Abbildungen von bildhauerischen Arbeiten der Autorin aufgenommen. Gleichzeitig zur Neuausgabe erscheint in Zusammenarbeit mit dem Dorothea-Buck-Haus in Bottrop unter der ISBN 3-926200-66-9 das Hörbuch (MP3-Format auf CD): Die Autorin selbst liest den Originaletext des Buches.
Weitere Bücher von und mit Dorothea Buck-Zerchin im Antipsychiatrieversand:
Am ersten Morgen der nächsten Woche es war der 2. März 1936 überfielen mich drei Sätze mit einer Wucht, die mich fast zu Boden drückte. Ich war in der Waschküche beim Vorbereiten der großen Wäsche und hatte mich gerade eben noch über die rosa Morgenwölkchen gefreut. Ich hörte keine Stimme; es war ein Wissen, das über mich kam wie die Eingebungen der vergangenen Woche, nur viel stärker und zwingender: ein ungeheuerlicher Krieg wird kommen; ich bin die "Braut Christi"; ich werde einmal etwas zu sagen haben und die Worte kommen ganz von selbst. Ich war so erschrocken, dass ich laut aufheulte. Ganz erregt lief ich zu meinen Eltern und erzählte ihnen, was mir soeben zugestoßen war. Wir saßen in Vaters Arbeitszimmer. Er suchte mich zu beruhigen: ein Krieg werde nicht kommen. Dann zog er die Konkordanz aus seinem Bücherschrank und erklärte mir, dass "Braut Christi" ein Ausdruck für die "Gemeinschaft der Heiligen" sei. Was aber den dritten Satz angehe, so hätten junge Mädchen noch nichts zu sagen. Ich stimmte ihm zu. Ich hätte auch gar nichts zu sagen gewusst, als dass der Krieg kommen werde. Aber "einmal" hatte es geheißen, nicht jetzt ... »Ein unbequemes, ein wichtiges Buch (...) gerade in Verbindung von persönlichem Erfahrungsbericht und antipsychiatrischem Manifest...« (Freiburger Universitätsblätter) »Das Buch bleibt zeitlos bedeutsam und übt seinen heilsamen Einfluss aus, wo immer es gelesen wird.« (Martti Siirala, Helsinki, Psychiater und Autor von: "Die Schizophrenie des Einzelnen und der Allgemeinheit") |
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