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Günter Wulf
Sechs Jahre in Haus F – Eingesperrt, geschlagen, ruhiggestellt. Meine Kindheit in der Psychiatrie

CoverKartoniert, 253 Seiten, 12,5 x 18,6 cm, ISBN 978-3-404-61699-2. Köln: Lübbe Verlag 2020. € 10. / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb  [oder Bestellung mit Formular – Best.Nr. 985]
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Erfahrungsbericht über eine Kindheit und Jugend in der Psychiatrie, geprägt von psychiatrischer Menschenverachtung und Verantwortungslosigkeit, von Missbrauch und dem Dasein als Psychopharmaka-Versuchskaninchen. Unter Mitarbeit von Regina Carstensen. Originalausgabe

Original-Verlagsinfo

Bis heute fühlt sich Günter Wulf unwohl in Räumen, die sich abschließen lassen, erst recht in den Keller geht er nie. Zu schlimme Erinnerungen kommen dort auf. Mit neun Jahren wurde er als Heimkind in die Psychiatrie abgeschoben, weggesperrt mit gefährlichen Straftätern und psychisch Kranken. Dort wurde er Opfer von Medikamentenversuchen, Gewalt und sexuellem Missbrauch. Erst mit 18 Jahren durfte er die Klinik verlassen. Heute kämpft er um die Anerkennung des Unrechts, das ihm widerfahren ist.

Über den Autor

Günter Wulf wurde seiner Mutter nach der Geburt mit dem Versprechen abgenommen, ihn zur Adoption freizugeben stattdessen kam er ins Heim. Da die Kinderheime Schleswig Holsteins überfüllt waren, wurde er 1968 in eine Jugendpsychiatrie abgeschoben, wo er bis zur Volljährigkeit blieb. Heute appelliert er an die Regierung, sich der Verantwortung für seine Schutzbefohlenen stets bewusst zu sein zum Beispiel mit seiner Rede vor dem Landtag Schleswig-Holstein 2019.

Pressestimme

Sechs Wochen nach seiner Geburt im Jahr 1959 wird der kleine Günter seiner Mutter auf Betreiben von deren Mutter und auf Anweisung der Amtsvormundschaft Neumünster (Schleswig-Holstein) heimlich in ein Heim für Kleinkinder verbracht. Günters Mutter hatte bereits zwei Kinder von unterschiedlichen Vätern, seine Großmutter wollte nicht, dass man in der Nachbarschaft schlecht über die Familie redet. Damit Günter bald darauf in ein psychiatrisches Kinderheim abgeschoben werden kann, stuft man ihn kurzerhand als schwachsinnig ein. Im Alter von vier Jahren wird er dort von den "Pflegekräften" fixiert, in Zwangsjacken und Isolierzimmer gesteckt, mit kalten Duschen und Schlägen malträtiert. Mit fünf verabreichen ihm Psychiater Barbiturate und die Neuroleptika Chlorpromazin und Haloperidol, und noch im gleichen Jahr kommt er in die geschlossene Kinder- und Jugendpsychiatrie: Dort werden er und andere wehrlose Kinder dann auch noch von brutalen jungen Männern, die auf derselben Station untergebracht sind, ständig vergewaltigt. Mit bedrückend ruhigen Worten erzählt der Autor sein Schicksal: Wie er und seine Leidensgenossen hilflos der psychiatrischen Gewalt und der seiner nichtpsychiatrischen Peiniger ausgesetzt sind, wie ihnen über viele Jahre niemand glaubt und beisteht, wie er immer wieder versucht zu fliehen oder sich das Leben zu nehmen, wie manche seiner Mitpatienten zu Tode kommen, wie er sich müht, Schulunterricht zu bekommen, wie ein Reformpsychiater als neuer Klinikleiter die Wende in seinem Leben bringt, wie er in ein Kinderheim verlegt wird und dann versucht, eine Lehre zu machen, falschen Freunden und dem Alkohol zu entkommen und seine Mutter aufzuspüren, wie er Kontakte zum Verein ehemaliger Heimkinder bekommt, sein Schicksal öffentlich macht, schließlich 2018 im Plenarsaal des Kieler Landtags gemeinsam mit anderen von der psychiatrischen Menschenverachtung und Verantwortungslosigkeit der Aufsichtsbehörden erzählt. Aktuell, 2020 – so endet das Buch – wartet der Autor immer noch auf eine angemessene finanzielle Entschädigung für all das mit körperlichen und psychischen Dauerschäden einhergehende Unrecht, was ihm Ämter, Psychiater, Psychiatriepfleger und Pharmafirmen und andere antaten. Ein Lehrbuch für Kinder- und Jugendpsychiatrie der anderen Art. (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)