Stefan Weinmann Kartoniert,
264 Seiten, 13,7 x 21,5 cm, ISBN 978-3-88414-455-8. Bonn: Psychiatrieverlag 2008.
€ 29.95 / sFr 44.95 / sofort lieferbar Über den Autor | Vorwort | Inhaltsverzeichnis | Rezension | Liefer- & Zahlungsbedingungen incl. Widerrufsrecht | home | zurück zur letzten Seite Auseinandersetzung mit den Folgen des Bekanntwerdens der Psychopharmakaschäden, insbesondere der von Volkmar Aderhold publizierten neuroleptikabedingten hohen Sterblichkeitsraten und Plädoyer für Alternativen à la Soteria und Offener Dialog, für Wahlfreiheit, Einbeziehung von Psychiatriebetroffenen in Praxis und Forschung und eine von Pharmaunternehmen unabhängigeren Forschungs-, Entstigmatisierungs- und Informationspolitik. Originalausgabe Original-Verlagsinfo Stefan Weinmann belegt in seinem Buch, dass die Studien der Pharmaindustrie zu der Wirkung der Psychopharmaka stark von ökonomischen Interessen geleitet sind. Er zeigt dies an den wichtigsten Psychopharmaka-Gruppen, den Antidepressiva und den Antipsychotika, und stellt damit die zentrale Bedeutung der Psychopharmakotherapie in der Psychiatrie in Frage. Medikamente werden von zahlreichen psychisch erkrankten Menschen als hilfreich erlebt und sind oft sinnvoller Bestandteil einer psychiatrischen Behandlung. Aber während für die Nutzer eher Lebensqualität und -zufriedenheit im Mittelpunkt stehen, prüfen Arzneimittelstudien Kriterien wie Symptomminderung, Verminderung der Rückfallgefahr oder weniger Nebenwirkungen und vernachlässigen damit den Zusammenhang zwischen Erkrankung und psychosozialen Einflussfaktoren. Der Glaube an Medikamente als einzige Behandlungsmöglichkeit von psychischen Erkrankungen ist in unserer Zeit so ausgeprägt, dass Behandlung in der Psychiatrie fest in der Medizin verwurzelt ist. Stefan Weinmann plädiert daher für die stärkere Einbeziehung der Familie und des sozialen Bezugsfeldes der erkrankten Menschen in die Therapie. So, wie es auch die skandinavischen Modelle zur bedürfnisorientierten Behandlung von Psychosen und die Recovery-Bewegung fordern. Er bringt die gängigen Paradigmen in der Psychiatrie ins Wanken und fordert eine Neubewertung der Medikamentenbehandlung in der Psychiatrie. Stefan Weinmann, Jg. 71, arbeitet in der Sozialmedizin und Epidemiologie an der Charité im Bereich psychiatischer Versorgungsforschung. Er hat in Medizin und Gesundheitswissenschaften/Public Health promoviert und hat den Titel "Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie". "Sozialpsychiatrisch orientierte (d.h. Publikationen kritischer Psychiatriebetroffener ignorierende) Auseinandersetzung mit den Folgen des Bekanntwerdens der Psychopharmakaschäden, insbesondere der von Volkmar Aderhold publizierten neuroleptikabedingten hohen Sterblichkeitsraten und Plädoyer für Alternativen à la Soteria und Offener Dialog, für Wahlfreiheit, Einbeziehung von Psychiatriebetroffenen in Praxis und Forschung und eine von Pharmaunternehmen unabhängigere Forschungs-, Entstigmatisierungs- und Informationspolitik. Wenn ein Psychiater "wir" sagt, meint er das durchaus und ausschließlich wörtlich: die Definitionsmacht der Probleme möchte er nicht teilen, und wenn es darum geht, Forderungen aufzustellen, will er auch hier bestimmen; sich mit den Forderungskatalogen der Organisationen von Psychiatriebetroffenen und ihre Unterstützern auseinanderzusetzen, diese auch nur zu benennen, ist nicht die Sache eines Sozialpsychiaters. Nichtsdestotrotz ist das Buch lohnenswert zu lesen; es zeigt, dass die Revocerydiskussion und die Forderung nach einem Paradigmenwechsel bzw. nach Paradigmenabschaffung (siehe Pat Bracken) bei Psychiatern angekommen ist." (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten) |