Vera Stein
Diagnose »unzurechnungsfähig«. Sie entkam dem Räderwerk der Psychiatrie und kämpfte um ihr Recht bis zum Europäischen Gerichtshof – mit Erfolg!

Cover Kartoniert, 280 Seiten, 14,8 x 21 cm, ISBN 978-3-88864-408-5. Frankfurt am Main: VAS Verlag für Akademische Schriften 2006. € 14.80 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Authentischer Bericht von Vera Steins Gerichtsprozessen, von ihren Klagen auf Schmerzensgeld und Schadensersatz gegen fünf Kliniken, durch alle Instanzen bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Original-Verlagsinfo

Dies ist der Bericht einer Frau, die durch ärztliche Fehlbehandlungen zeitlebens geschädigt wurde. Sie klagte auf Schmerzensgeld und Schadensersatz. Vor den deutschen Gerichten traf Vera Stein auf gravierende Missstände, doch sie gab nicht auf und ging durch alle Instanzen – bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Im Juni 2005 verurteilten Europas Richter die Bundesrepublik Deutschland wegen groben Menschenrechtsverletzungen zu Schmerzensgeld und Übernahme der Gerichtskosten.

Vera Stein schildert authentisch und hautnah die Abläufe in ihren Prozessen. Sie gibt juristische Tipps und kommt zu der Schlussfolgerung: "Eindeutiger kann das Unrecht in Arzthaftungsprozessen wohl kaum einer beweisen". Vera Stein deckt Hintergründe auf und schlägt Lösungen für dringend notwendige Reformen vor – im Interesse von Patienten, aber auch von Medizinern und Richtern. Es ist wichtig, aus dem Fall zu lernen, denn jeder kann Opfer eines ärztlichen Behandlungsfehlers werden. Gegen die Mängel im deutschen Rechtssystem konnte der Europäische Gerichtshof nichts tun, denn das obliegt der nationalen Gesetzgebung. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf!

Inhalt

  • Der andere Weg ..... 7

  • Was habe ich überhaupt? ..... 12

  • Klagen auf Schadensersatz ..... 19

  • Die Last des Beweises ..... 22

  • Schatten der Vergangenheit ..... 34

  • Verweigerte Krankenunterlagen ..... 36

  • Psychiatrieprozesse ..... 42

  • Der Befangenheitsantrag ..... 48

  • Die krankhafte Störung der Geistestätigkeit ..... 59

  • Die Macht der Diagnosen ..... 70

  • Falschaussagen und Vertuschen ..... 89

  • Die wichtige Öffentlichkeitsarbeit ..... 95

  • Grundurteil verspricht Hoffnung ..... 100

  • Der falsche Professor ..... 110

  • Unfairness in den Prozessen ..... 114

  • Die Listengutachter der Gerichte ..... 127

  • Briefe an Bundestagsabgeordnete ..... 139

  • Akteneinsicht nach 25 Jahren ..... 147

  • Hilfe beim Europäischen Gerichtshof? ..... 154

  • Die Schreckensexpertise ..... 163

  • Dankbare Hilfe in großer Not ..... 173

  • Verhandlung beim OLG B. ..... 183

  • Das Skandalurteil des OLG B. ..... 195

  • Vergleichsverhandlungen ..... 208

  • Der harte Kampf durch die Instanzen ..... 211

  • Dienstaufsichtsbeschwerde beim Ministerium ..... 222

  • Revision vor dem BGH ..... 228

  • Gerechtigkeit beim BVerfG? ..... 234

  • Ohnmächtige Schrecken ..... 242

  • Oder kann die UNO helfen? ..... 246

  • Es ist wie ein Wunder ..... 250

  • Anhang ..... 260

  • Resümee ..... 264

  • Anmerkungen/Literaturhinweise ..... 272

  • Abkürzungen im Text.......276

Über die Autorin

Vera Stein wurde 1958 geboren. Im Alter von drei Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung. Mit fünfzehn Jahren kam sie erstmals in die Psychiatrie. Sie wehrte sich gegen Zwang und Gewalt, doch die Rechtmäßigkeit wurde nie überprüft. Eine Mitpatientin nahm sie schließlich in ihre Familie auf. Trotz dem Stigma "geisteskrank", kämpfte Vera Stein für ein selbständiges Leben und absolvierte eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin. Den anhaltenden Gesundheitseinschränkungen folgten weitere Fehlbehandlungen. Dann stellten Gutachter fest, dass Vera Stein nie an einer Psychose gelitten hatte. Sie erfuhr nun endlich die Wahrheit und auch den Grund für ihr Leiden.

Weitere Bücher von Vera Stein im Antipsychiatrieversand: Abwesenheitswelten / Trotzdem. Behindert ist man nicht – behindert wird man / Mit dem Rücken zur Wand. Ein Ratgeber – So setze ich mein Recht im Arzthaftungsprozess durch!

Rezension

Auf 270 eng bedruckten Seiten schildert Vera Stein ihre jahrelange Odyssee durch das deutsche Gerichtswesen bis hin zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes, in welcher sie 2005 endlich in wesentlichen Fragen Recht erhielt. Es geht um Freiheitsberaubung, Fehldiagnosen und massive Behandlungsschäden. Noch mehr geht es aber in diesem akribischen Bericht um das Rechtswesen und seine Sprache, um Fristen, verheerende Gutachten, Winkelzüge, Kosten, Akten und Beweislasten, um Journalisten und viele Anwälte, um knappe Fristen, langes Warten und immer wieder Enttäuschungen. Ein Buch, das nichts auslässt, von einer Autorin, die notgedrungen zur Rechtsexpertin in eigener Sache wurde und die dem Leser ein wenig von ihrer eigenen Hartnäckigkeit abverlangt, denn man kann es nicht querlesen oder überfliegen. Ein Muss für alle, die selber gegen die Psychiatrie klagen wollen. (Kerstin Kempker, FAPI-Nachrichten)