Jaakko Seikkula / Tom Erik Arnkil
Dialoge im Netzwerk – Neue Beratungskonzepte für die psychosoziale Praxis

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Kartoniert, 230 Seiten, ISBN 978-3-926200-95-2. Neumünster: Paranus Verlag, 2. Auflage 2011. Vergriffen, nicht mehr lieferbar

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Über gewaltreduzierende und -vermeidende Kriseninterventionsformen im finnischen Westlappland, die zudem zu einer wesentlichen Reduzierung von Zwangsmaßnahmen und Psychopharmakaverschreibungen führen. Einleitung von Gernot Hess und Volkmar Aderhold. Vorwort von Yrjö O. Alanen, übersetzt von Gernot Hess. Originalausgabe 2007

Original-Verlagsinfo

Stellen Sie sich vor: Ein Mensch kommt in den Krisendienst oder die psychiatrische Klinik und innerhalb von 24 Stunden wird sein komplettes "Netzwerk" - Angehörige, Freunde, Arbeitgeber, alle, die kommen wollen - zu einem Gespräch mit dem Behand-lerteam eingeladen, um in einem "Offenen Dialog" gemeinsam herauszufinden, was zu verstehen und was zu tun ist. In Deutschland sicher (noch) unvorstellbar - in Finnland gängige Praxis. Dieses dort seit Jahren erprobte Vorgehen erhöht nicht nur die Behandlungserfolge, sondern vermindert die Zahl der Erkrankungen - unglaublich, aber wahr und belegt. Unter anderem in diesem Buch. Seikkula und Arnkil beschreiben ausführlich die Konzepte des "Offenen Dialogs" sowie des "Antizipatorischen Dialogs", der dann mit Gewinn und Erfolg eingesetzt wird, wenn verschiedene Helferteams sich zusammen mit den betroffenen Familien aus Zuständigkeitsgerangel und Sackgassen befreien wollen. Ein Buch mit vielen wegweisenden Ideen und einem bahnbrechenden Potenzial für alle Felder der psychosozialen Praxis.

Über die Autoren

DR. JAAKKO SEIKKULA, Professor für Psychotherapie an der Universität Jyväskylä / Finnland, klinischer Psychologe und Familientherapeut. Stellvertretender Vorsitzender der Finnischen Gesellschaft für Familientherapie. Er hat sich schwerpunktmäßig mit der Entwicklung der Netzwerkarbeit in der Psychiatrie beschäftigt, also in der Behandlung von Psychosen und anderen schweren Krisen, erst als Teammitglied des Westlappland-Projekts in Finnland und später in zahlreichen Entwicklungs- und Forschungsprojekten.

DR. TOM ERIK ARNKIL, promoviert in Sozialpolitik, arbeitet als Forschungsprofessor am Stakes-Institut (National Research and Development Centre for Welfare and Health) in Helsinki / Finnland und als Privatdozent für Sozialpolitik an der Universität Helsinki.

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Leseprobe

Menschen leben in ihren sozialen Beziehen - auch wenn Mitarbeiter professioneller Dienste sich mit ihnen als Einzelne beschäftigen. Wenn Mitarbeiter und Klient sich im Gespräch gegenüberstehen, ist das persogliche Netzwerk des Klienten als Zuhörer bereits anwesend und ebenso das professionelle Netzwerk im Hintergrund des Mitarbeiters. Wenn wir einen Klienten nach den Menschen fragen, die ihm nahe stehen, dann werden diese in das Gespräch einbezogen, indem sie am inneren Dialog des Klienten beteiligt sind - und ihre Stimmen sind als Echo präsent, auch wenn wir uns nicht genauer nach ihnen erkundigen. Wenn wir Fragen stellen zu den wichtigen Menschen im Leben des Klienten oder Kommentare äußern, wird deutlich, dass es sich um Beziehungsarbeit handelt, auch wenn wir nicht netzwerkorientiert arbeiten. Wie wir mit dem Klienten sprechen, beeinflusst den inneren Dialog des Klienten und seine Dialoge mit Menschen, die ihm nahe stehen. In diesem Buch stellen wir eine Art von Arbeit vor, bei der die persönlichen Netzwerke von Klienten und die professionellen Netzwerke der Helfer eingeladen werden, sich an gemeinsamen Gesprächen zu beteiligen - einmal in sogenannten Offenen Dialogen, ein Ansatz, der in der psychiatrischen Arbeit entwickelt wurde, und zweitens in sogenannten Antizipatorischen Dialogen (Möglichkeitskonstruktionen), einem Ansatz aus der Arbeit mit Familien und Kindern.