Bettina Schöne-Seifert / Davinia Talbot (Hg.)
Enhancement – Die ethische Debatte

CoverKartoniert, 411 Seiten, 15,4 x 22,3 cm, ISBN 978-3-89785-604-2. Paderborn: mentis Verlag 2009. € 38.– / sFr 62.70 / sofort lieferbar In den Warenkorb
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Antworten aller Couleur auf Fragen nach den individuellen und gesellschaftlichen Folgen von Enhancement-Praktiken (biomedizinische Techniken zur "Verbesserung" als gesund geltender Menschen). Sammelband mit grundlegenden- teils feuilletonistisch, teils wissenschaftlich verfassten - Texten der Enhancement-Debatte aus den letzten zehn Jahren, vorwiegend aus dem anglo-amerikanischen Raum. Mit dem Aufsatz "Das Gewachsene und das Gemachte" von Jürgen Habermas, der normative Bewertungen (und Gutheißungen) insbesondere genetischer Manipulationen ausschließt, solange man die Perspektive der betroffenen Person nicht einnehmen könne

Original-Verlagsinfo

Kosmetische Eingriffe am Körper, Sportdoping, Pillen zur Verbesserung von Aufmerksamkeit und Gedächtnis, Antidepressiva für ein verbessertes Gefühl - längst schon hat sich der Begriff des »Enhancement« als Bezeichnung des Einsatzes medizinischer Mittel und Möglichkeiten zur körperlichen Leistungssteigerung oder Optimierung der Gemütsverfassung gesunder Menschen herausgebildet.

Während im anglo-amerikanischen Sprachraum seit Jahren eine rege Debatte über die ethischen Aspekte einer solchen nicht-therapeutischen Verwendung von Medikamenten und anderen medizinischen Optionen geführt wird, befindet sich die deutschsprachige Diskussion noch am Anfang. Der vorliegende Band versammelt klassische Texte der Enhancement-Debatte in deutscher Übersetzung und bietet damit einem großen Publikum den Zugang zu diesem spannenden Thema.

Texte von Peter Kramer, Eric T. Juengst, Dan W. Brock, Carl Elliott, David DeGrazia, Jürgen Habermas, Arthur Caplan, Francis Fukuyama, dem Presidents Council of Bioethics u.a. sind Themenkomplexen wie Begriffsbildung, Körperliches Enhancement, Neuro-Enhancement, Enhancement bei Ungeborenen und Kindern und Enhancement im Alter zugeordnet und ermöglichen damit einem Fach- wie Laienpublikum eine übersichtliche und wesentliche Lektüre.

Über die Herausgerberinnen

Bettina Schöne-Seifert, geb. 1956, Studium der Humanmedizin und Philosophie in Freiburg, Wien und Göttingen. Med. Approbation und Promotion 1982. Habilitation 2000 an der Philosophischen Fakultät Göttingen. Seit 2003 Inhaberin des Lehrstuhls für Medizinethik an der Universität Münster. Mitglied des Nationalen Ethikrats.

Davinia Talbot, geb. 1977, Studium der Humanmedizin, Philosophie und Anglistik in Münster, Witten-Herdecke und York. Ärztliche Approbation 2005, Magistergrad 2006. Derzeit Assistenzärztin in der Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Münster.

Weitere Bücher von Bettina Schöne-Seifert und Davinia Talbot im Antipsychiatrieversand: Neuro-Enhancement – Ethik vor neuen Herausforderungen

Pressestimme

"Antworten aller Coleur auf Fragen nach den individuellen und gesellschaftlichen Folgen von Enhancement-Praktiken (biomedizinische Techniken zur "Verbesserung" als gesund geltender Menschen). Welche moralischen Probleme können sich angesichts realistisch gewordener Enhancement-Möglichkeiten ergeben? Wie problematisch ist die biomedizinische Manipulation von Körpergröße oder Hautfarbe zwecks Überwindung von Stigmatisierung und Diskriminierung? Kann das Dopingverbot im Sport als Schutz vor einem normativen Zugzwang aller Sportler auch auf andere gesellschaftliche Bereiche übertragen werden, zum Beispiel das Gehirndoping in der Schule? Wie unmoralisch müssen kosmetische Schönheitsoperationen begründet sein, damit die beteiligten Ärzte als Erfüllungsgehilfen abzulehnender Ideologien zu bezichtigen sind? Verhindert das Ausbleiben durch stimmungsaufhellende Psychopharmaka unterdrückter Entfremdungsgefühle sowie negative emotionale Reaktionen nicht die behauptete Förderung von Persönlichkeitsentwicklung und Authentizität? Oder wird man durch Psychopharmaka authentischer? Führt die Medikalisierung von Erziehungsaufgaben nicht zu einer Verarmung der Kindheit, zum Verlust richtigen Lernens, zur Homogenisierung der menschlichen Temperamente und zur weiteren Steigerung der Leistungsanforderungen? Besteht der Preis des Anti-Aging-Enhancement nicht in verminderter Lebensqualität? Der sorgfältig gestaltete Sammelband enthält grundlegende klassische – teils feuilletonistisch, teis wissenschaftlich verfasste – Texte der Enhancement-Debatte aus den letzten zehn Jahren, vorwiegend aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum, insofern spielen sich die Diskussionen ausschließlich in den westlichen Kulturen ab. Eine Ausnahme stellt der deutsche Philosoph Jürgen Habermas dar, der in seinem Aufsatz "Das Gewachsene und das Gemachte" auf den prinzipiellen Unterschied zwischen erzieherischen Maßnahmen und gentechnischen Manipulationen verweist: Von den ersten können sich die Betroffenen später noch distanzieren, letztere bieten diese Option nicht mehr. Eine normative Bewertung (und Gutheißung) schließe sich aus, solange man die Perspektive der betroffenen Person nicht einnehmen kann. Für Einsteiger in die Enhancement-Diskussion ist das Buch eine wahre Fundgrube. Dabei verhindert die Vielfalt der dargestellten Positionen, dass man sich allzu leicht von logisch klingenden Begründungen vereinnahmen lässt." (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)