Susanne Regener Kartoniert,
253 Seiten, 135 Abbildungen, 13,5 x 22,5 cm, ISBN 978-3-89942-420-1. Bielefeld:
transcript Verlag 2010. € 27.80 / sFr 33.40 / sofort lieferbar
Über die Autorin | Inhaltsverzeichnis & Vorwort | Stimme zum Buch | Liefer- & Zahlungsbedingungen incl. Widerrufsrecht | Home Über psychiatrische Fotografien als normierende Körperpolitik, um Fremdes definieren zu wollen, und als Ordnungsverfahren, das im Namen von wissenschaftlicher Vernunft auf Körper und Seelen zielte, Menschen typisiert und ausgrenzt. Originalausgabe Original-Verlagsinfo Wie und warum wurden seelisch kranke Menschen zum Bild? Seit Ende des 19. Jahrhunderts fotografierten Ärzte hinter Anstaltsmauern ihre Patienten. Mediziner versuchten durch das Medium Fotografie, das unsichtbare Seelenleben an fixierbaren Körpersymptomen kenntlich zu machen. In diesem Buch werden die »Fotografien-wider-Willen« als Teil einer normierenden Körperpolitik interpretiert, die das Fremde definierte und damit eine Gegenwelt zur repräsentativen bürgerlichen Normalität entwarf. »Visuelle Gewalt« ist Kennwort für ein Ordnungsverfahren, das im Namen von wissenschaftlicher Vernunft auf Körper und Seelen zielte, Menschen typisierte und ausgrenzte. Populäre Darstellungen des Wahns sind bis heute davon geprägt. Susanne Regener (Prof. Dr. phil.), Kultur- und Medienwissenschaftlerin, ist Inhaberin des Lehrstuhls Mediengeschichte/Visuelle Kultur an der Universität Siegen. Gastprofessorin für Visuelle Kultur an der Danish University of Education Copenhagen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bilddiskursanalyse, Mediengeschichte, Gender Studies, Visuelle Kultur. "Das Buch enthält eine akademische Auseinandersetzung mit psychiatrischen Fotografien als normierende Körperpolitik: Psychiater wollen Fremdes definieren, pathologisieren und katalogisieren. Die Autorin, Professorin für Kultur- und Medienwissenschaftlerin an der Universität Siegen, analysiert dieses psychiatrische Ordnungsverfahren, das im Namen von wissenschaftlicher Vernunft auf Körper und Seelen zielt, Menschen aber lediglich typisiert und ausgrenzt. Die 135 Abbildungen, beginnend mit der Anfangszeit der Photographie, ergänzt um gezeichnete Abbildungen aus der Zeit davor, hinterlassen einen schönen Eindruck von der Perversion des diagnostischen Blicks, der mit Diagnosen und entsprechenden Fotographien Augenblickszustände der psychischen Befindlichkeit aus dem historischen Zusammenhang herauslösen und zum objektiven biologischen Krankheitssymptom umdeuten will. Schade, dass die Autorin von einem kurzen Absatz über moderne bildgebende Verfahren mit demselben Anspruch auf Sichtbarmachung und Erklärung außerordentlicher seelischer Zustände und Erfahrungen beim psychiatrischen Zeitalter der Lobotomie Anfang der 50er Jahre Halt gemacht hat und in psychiatrischer Fachliteratur publizierte Fotografien aus dem Zeitalter der Psychopharmakologie ebenso ausblendet wie Fotografien Elektrogeschockter. Auf Literaturquellen Psychiatriebetroffener verzichtet die Autorin ebenfalls, diese Spezies belässt sie in ihrem Objektstatus. Nichtsdestotrotz, wer sich kritisch mit der Geschichte und Funktion psychiatrischer Fotografien beschäftigen will, findet in Susanne Regeners Buch ausreichend Material für einen guten Einstieg ins Thema." (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten) |