Pro Mente Sana Aktuell
Psychiatrische Hilfe zu Hause

CoverZeitschrift, 40 Seiten, 21 x 29,5 cm, Kopie des Heftes 2/2005. € 6.35 / sofort lieferbar / Derzeit keine Lieferung in die Schweiz In den Warenkorb

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Kontroverse Artikel über ambulante psychiatrische Behandlung sowie psychosoziale Unterstützung, u.a. von Laura Daniels über Jakob Litschigs Windhorse-Team in Zürich, von Michaela Amering über das ohne Anstalt arbeitende Modell Nord-Birmingham, von Artur Diethelm über die "Ambulante Akutbehandlung zu Hause" (APAH) der Klinik Bamberger Hof in Frankfurt am Main u.v.m. (Damit wir das Heft kostengünstig als Büchersendung versenden können, haben wir beim Kopieren die Werbeanzeigen überdeckt.)

Original-Verlagsinfo

Wer krank ist, lässt sich am liebsten in den eigenen vier Wänden behandeln. Ein neues Heft informiert darüber, wie dies funktioniert das und was gibt es in der Schweiz für Angebote gibt. Was für PatientInnen mit körperlichen Krankheiten selbstverständlich ist, gilt in aller Regel auch für psychisch kranke Menschen. Psychiatrische Hilfe zu Hause leistet in vielen Fällen einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität und Stabilität der Betroffenen und kann auch Angehörige entlasten. Bei einem guten ambulanten Angebot können die Klinikaufenthalte auf ein Minimum reduziert und die direkten Behandlungskosten gesenkt werden. Die psychiatrische Versorgung in der Schweiz ist jedoch bis heute stark auf die Kliniken ausgerichtet. Die neueste Nummer der Zeitschrift „pro mente sana aktuell“ bietet einen Überblick über Angebote der psychiatrischen Hilfe zu Hause und stellt zukunftsweisende Behandlungsmodelle aus dem Ausland vor. Betroffene und Angehörige schildern in ihren Beiträgen ihre Erfahrungen mit aufsuchender Hilfe. Das Heft enthält auch einen Serviceteil mit weiterführenden Adressen und Informationen. Nur auf deutsch erhältlich.

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Wir trauern um unseren Stiftungspräsidenten Nationalrat Jost Gross, der am 6. Mai 2005 völlig unerwartet verstarb. Seinem unermüdlichen und kompetenten Einsatz verdanken wir, dass sich die Lebenssituation von psychisch Kranken in der Schweiz im Verlaufe der letzten 25 Jahre nachhaltig verbesserte. Er vermochte mit seinem grossen sozialen Engagement und seiner einfühlenden Persönlichkeit vielen seelisch leidenden Menschen wieder Hoffnung und neuen Lebensmut zu geben. Eine ausführliche Würdigung seines Wirkens finden Sie auf Seite 4 dieses Heftes.

Wer krank ist, lässt sich am liebsten in den eigenen vier Wänden behandeln. Was für PatientInnen mit körperlichen Krankheiten selbstverständlich ist, gilt in aller Regel auch für psychisch kranke Menschen. Pro Mente Sana hat deshalb die psychiatrische Hilfe zu Hause im November 2004 zum Gegenstand einer Impulstagung gemacht. Der Titel "Psychiatrie ohne Betten? Möglichkeiten und Grenzen der aufsuchenden Hilfe" lockte gegen 200 TeilnehmerInnen an die Veranstaltung in Winterthur.

Noch selten haben wir eine so grosse Übereinstimmung der Meinungen erlebt wie an diesem Anlass. Betroffene, Angehörige und Fachleute waren sich einig, dass sich psychiatrische Hilfe zu Hause positiv auf die Lebensqualität und Stabilität der betreuten PatientInnen auswirkt. Trotzdem ist die psychiatrische Versorgung in der Schweiz, so Hans Dieter Brenner, bis heute sehr stark auf die Kliniken ausgerichtet. Dabei zeigen grosse internationale Studien, dass bei einem guten ambulanten Angebot die Klinikaufenthalte auf ein Minimum reduziert und die direkten Behandlungskosten deutlich gesenkt werden können (Seite 11). Die Artikel von Michaela Amering über das Modell Nord-Birmingham (Seite 16) sowie von Artur Diethelm über den Bamberger Hof in Frankfurt am Main (Seite 19) geben Einblick in zukunftsweisende Behandlungsmodelle im Ausland.

Psychisch erkrankte Menschen und deren Angehörige ziehen Angebote der aufsuchenden Hilfe der Klinikbehandlung vor: Sie schätzen es, dass Selbständigkeit und Eigenverantwortung auf diese Weise besser unterstützt und das erkrankte Familienmitglied seinen Platz und seine Aufgaben in der Familie weiter wahrnehmen kann. Bei der Betreuung und Pflege zu Hause müssen sich die Profis zudem der Herausforderung stellen, die Patienten und deren Angehörige in den Prozess der Behandlung mit einzubeziehen. Dafür nimmt die Bereitschaft der Betroffenen zu, sich konstruktiv zu beteiligen.

Gewisse Spitexorganisationen wie etwa jene von Zürich, Köniz-Oberbalm und Kriens haben in den letzten Jahren spezialisierte psychiatrische Equipen aufgebaut. Wie diese arbeiten, schildert Eva Britschgi am Beispiel der Spitex Kriens (Seite 27).

Eine Querschnitterhebung im Jahre 2003 ergab, dass ein grosser Anteil der von der Spitex betreuten Patientinnen und Patienten auch an psychischen Problemen leidet. Wie der Beitrag von Regula Lüthi (Seite 26) aufzeigt, leisten die Spitexdienste und die Gemeindekrankenpflege einen beträchtlichen Beitrag an die psychiatrische Versorgung der Bevölkerung.

Nur schwer verständlich ist es in diesem Zusammenhang, dass einzelne Krankenversicherer sich in den vergangenen Jahren geweigert haben, die Kosten für die ambulante psychiatrische Spitex-Pflege zu übernehmen. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat diesem Trauerspiel einzelner Krankenkassen nun ein Ende bereitet, indem es die Helsana in zwei wegweisenden Urteilen dazu verpflichtet hat, die Kosten der psychiatrischen Grundpflege zu decken. Die beiden höchstrichterlichen Urteile freuen uns auch deshalb ganz besonders, weil sie von Christoph Lüthy, Anwalt und Mitarbeiter in unserem Rechtsdienst, erkämpft worden sind (Seite 5).

Viele psychisch beeinträchtige Menschen brauchen regelmässige Beratung und Begleitung, damit sie weiterhin selbständig in ihrer eigenen Wohnung oder in einer Wohngruppe leben können. Das sogenannte "begleitete Wohnen" wurde in diesem Heft nur kurz erwähnt. Trotzdem ist unbestritten, dass mit dieser Variante der aufsuchenden Hilfe ein wertvoller Beitrag zur Aufrechterhaltung der Selbständigkeit dieser Personengruppe geleistet werden kann.

Die Fotos in diesem Heft wurden von unserer Kollegin Anna Beyme gestaltet. Alle Szenen sind gestellt. Wir danken ihr wie auch den Autoren und Autorinnen dieses Hefts ganz herzlich für ihren engagierten Beitrag.

Regula Kunz, Jürg Gassmann

Inhalt

  • 2 ..... Editorial

  • 4 ..... Nachruf Jost Gross

  • 5 ..... Erfolg für Pro Mente Sana: Spitex-Leistungen für Psychischkranke

  • 6 ..... Pro Mente Sana informiert

  • 8 ..... Krisen zu Hause durchstehen

  • 9 ..... Das Berner GAP-Projekt: eine sinnvolle Alternative zur Klinik

  • 11 ..... Aktuelle Entwicklungen in der aufsuchenden Behandlung und Betreuung

  • 14 ..... Wie wird die aufsuchende Hilfe finanziert?

  • 16 ..... Die Rolle der Katzenklappe in der Gemeindepsychiatrie

  • 19 ..... Akutbehandlung zu Hause: ein zukunftsweisendes Modell

  • 22 ..... Ohne das Windhorse-Team wäre ich in der Psychiatrie verloren gegangen

  • 24 ..... Aufsuchende Hilfe kann auch Angehörige entlasten

  • 26 ..... Psychische Probleme bei Spitex-Klientlnnen

  • 27 ..... Mit Spitex den Klinikeintritt verhindern

  • 29 ..... Case Management schlägt Brücken und stärkt die Selbstbefähigung

  • 31 ..... Anlaufstellen und Informationen

  • 32 ..... Sprachrohr

  • 34 ..... Bücher

  • 35 ..... Psychiatrieszene

  • 38 ..... Selbsthilfe

  • 39 ..... La page romande