Pro Mente Sana Aktuell
Trauma

CoverZeitschrift, 40 Seiten, 21 x 29,5 cm, Kopie des Heftes 1/2008. € 7.60 / sofort lieferbar / Derzeit keine Lieferung in die Schweiz In den Warenkorb

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Kontroverse Beiträge zum Thema "Trauma", u.a. mit dem Beitrag "Gewalt, Zwang und Demütigung – Psychiatrie als Trauma" von Peter Weinmann. (Damit wir das Heft kostengünstig als Büchersendung versenden können, haben wir beim Kopieren die Werbeanzeigen überdeckt.)

Original-Verlagsinfo

Der Begriff Trauma ist heute in aller Munde. Es gibt wohl kaum ein Thema, zu dem in den letzten Jahren so viel geforscht wurde wie zum Zusammenhang von Trauma und psychischen Erkrankungen. Wir wissen inzwischen, dass sich traumatische Erfahrungen regelrecht in unser Gehirn „einbrennen“ können und oft zu ganz spezifischen Veränderungen im Erleben und Verhalten führen.

Trauma kann definiert werden als ein bedrohliches Ereignis, das mit Gefühlen von extremer Hilflosigkeit einhergeht und bei den Betroffenen eine Erschütterung des Weltverständnisses bewirkt. Es gibt sehr verschiedene Formen von Traumata. Besonders belastend wirken die frühen Traumatisierungen, die meist nur einzelne Menschen betreffen und oft im Verborgenen stattfinden, zum Beispiel Gewalt von Seiten der Eltern oder sexueller Missbrauch in der Kindheit. Aber Traumata können auch erwachsene Menschen aus dem Gleichgewicht bringen, so etwa Folter oder Vergewaltigungen. Es gibt auch Traumatisierungen – wie der Holocaust, Kriegserfahrungen, Naturkatastrophen oder Terrorangriffe, die viele Menschen oder ganze Völker treffen. Entsprechend können auch ganze Völker unter einer Traumatisierung leiden.

Die vorliegende Ausgabe von Pro Mente Sana Aktuell will den Leserinnen und Lesern zunächst einen Überblick über den heutigen Wissensstand zu diesem Thema vermitteln: Was sind Traumata? Wie wirken sie auf unseren Organismus? Wie können sie behandelt werden? Inzwischen gibt es eine Vielfalt von Hilfsmöglichkeiten, sei dies die akute Hilfe unmittelbar nach einer erlebten Traumatisierung oder die langfristige Behandlung. Drei ganz verschiedene Erfahrungsberichte von Traumabetroffenen sollen das Erleben von Traumata für die LeserInnen zumindest ansatzweise einfühlbar machen. Auch sie zeigen: Die Folgen von Traumata sind schwerwiegend, aber nicht unüberwindbar.

Der Serviceteil (Seite 29) bietet weiterführende Hinweise auf Beratungs- und Anlaufstellen, Literatur sowie hilfreiche Internetadressen

Editorial

LIEBE LESERINNEN UND LIEBE LESER!

Der Begriff Trauma ist heute in aller Munde. Es gibt wohl kaum ein Thema, zu dem in den letzten Jahren so viel geforscht wurde wie zum Zusammenhang von Trauma und psychischen Erkrankungen. Dank dieser Forschung verstehen wir viele psychische Erkrankungen – so zum Beispiel die Angststörungen – heute besser. Wir wissen inzwischen, dass sich traumatische Erfahrungen regelrecht in unser Gehirn "einbrennen" können und oft zu ganz spezifischen Veränderungen im Erleben und Verhalten führen.

Trauma kann definiert werden als ein bedrohliches Ereignis, das mit Gefühlen von extremer Hilflosigkeit einhergeht und bei den Betroffenen eine Erschütterung des Weltverständnisses bewirkt. Es gibt sehr verschiedene Formen von Traumata. Besonders belastend wirken die frühen Traumatisierungen, die meist nur einzelne Menschen betreffen und oft im Verborgenen stattfinden, zum Beispiel Gewalt von Seiten der Eltern oder sexueller Missbrauch in der Kindheit. Aber Traumata können auch erwachsene Menschen aus dem Gleichgewicht bringen, so etwa Folter oder Vergewaltigungen. Es gibt auch Traumatisierungen – wie der Holocaust, Kriegserfahrungen, Naturkatastrophen oder Terrorangriffe, die viele Menschen oder ganze Völker treffen. Entsprechend können auch ganze Völker unter einer Traumatisierung leiden.

Die meisten von uns werden irgendwann in ihrem Leben eine Traumaerfahrung machen, doch wir werden mehrheitlich gut damit zurechtkommen. Die Beschäftigung mit der Erfahrung von Traumatisierung zeigt daher immer auch, welche immensen Stärken und Bewältigungsfähigkeiten wir Menschen haben. Nur ein kleiner Teil aller traumatisierten Menschen entwickelt nach einer Traumatisierung eine Traumafolgestörung, die so genannte Posttraumatische Belastungsstörung. Doch auch andere psychische Erkrankungen können durch Traumatisierungen mitverursacht sein – auch das wissen wir in dieser Klarheit erst seit kurzem. Die so genannten Persönlichkeitsstörungen, zu welchen die Borderline-Erkrankung gehört, sind oft die Folge von Traumaerfahrungen. Auch Psychosen können durch Traumatisierungen mitverursacht werden. Nicht selten wirkt die als Unterstützung gedachte psychiatrische Hilfe ebenfalls traumatisierend, etwa wenn Betroffene in der Psychiatrie Gewalt- oder Zwangserfahrungen machen.

Seit einiger Zeit beginnt der Begriff Trauma zu einem Modebegriff zu werden, alles wird dann zum vermeintlichen Trauma. Neulich erzählte mir eine Klientin von ihrem "Weihnachtstrauma". Sie meinte damit, dass sie über die Festtage gespielte Harmonie ertragen musste, wo doch einige ihrer Familienmitglieder eigentlich nicht gut aufeinander zu sprechen waren. Wenn selbst alltägliche Belastungen als Trauma bezeichnet werden, wird das Leid der von schweren Traumata betroffenen Menschen nicht mehr ernst genommen. Trauma ist auch kein ganz "normales" Thema, sondern es hat eine besondere Faszination. Es befriedigt Voyeurismus und hat eine gewisse Anziehung für Aussenstehende, trotz aller Schwere. Wenn das nicht so wäre, wären die Boulevardblätter nicht voll davon. Bei aller sinnvollen Beschäftigung mit Traumatisierungen gibt es inzwischen auch kritische Stimmen. Eine stammt von Klaus Dörner, dem bekannten deutschen Sozialpsychiater. Er merkt an, dass die meisten von Trauma betroffenen Menschen alleine mit dieser belastenden Erfahrung zurechtkommen, und dass professionelle Hilfe für sie sogar schädlich sein kann.

Dieses Heft soll Ihnen als Leser und Leserin zunächst einen Überblick über das heutige Wissen zu Traumatisierungen vermitteln: Was sind Traumata? Wie wirken sie auf unseren Organismus? Wie können sie behandelt werden? Inzwischen gibt es eine Vielfalt von Hilfsmöglichkeiten, sei dies die akute Hilfe unmittelbar nach einer erlebten Traumatisierung oder die langfristige Behandlung. Drei ganz verschiedene Erfahrungsberichte von Traumabetroffenen sollen das Erleben von Traumata für Sie zumindest ansatzweise einfühlbar machen. Auch sie zeigen: Die Folgen von Traumata sind schwerwiegend, aber nicht unüberwindbar.

Mit freundlichen Grüssen
Andreas Knuf

Inhalt

  • 2 ..... Pro Mente Sana informiert

  • 4 ..... Editorial

  • 6 ..... Traumata: Ursachen, Folgen und Behandlung

  • 9 ..... Wie Traumafolgestörungen behandelt werden können

  • 10 ..... Das Trauma im Kopf – Neurophysiologie des Posttraumatischen Stress

  • 12 ..... Es ist diese Scham, diese brennend heisse Scham, die alles vernichtet

  • 13 ..... Stationäre, interdisziplinäre Behandlung von Traumafolgestörungen

  • 15 ..... Gemeinsames Erkennen, Unterschiede akzeptieren, sich gegenseitig stärken

  • 16 ..... Vom Umgang mit traumatisierten Menschen im klinischen Alltag

  • 18 ..... Ich habe die ersten Schritte zurück ins Leben gemacht

  • 20 ..... Therapie von Folter- und Kriegsopfern

  • 22 ..... Gewalt, Zwang und Demütigung: Psychiatrie als Trauma

  • 24 ..... Psychose und Psychiatrie als Trauma

  • 25 ..... Psychosoziale Nothilfe: So arbeitet das Care Team Zentralschweiz

  • 28 ..... Trauma durch Straftaten: Welche Rechte hat das Opfer?

  • 29 ..... Anlaufstellen und Informationen

  • 30 ..... Akut

  • 32 ..... Sprachrohr

  • 34 ..... Bücher

  • 35 ..... Psychiatrieszene

  • 38 ..... Selbsthilfe

  • 39 ..... La page romande