Jacques Lin
Das Leben mit dem Floß in der Gesellschaft autistischer Kinder

Cover Kartoniert, 112 Seiten, 14 Fotos, 5 Zeichnungen, 14,5 x 20,5 cm, ISBN 978-3-929375-54-1. Ostheim/Rhön: Peter Engstler Verlag 2004. € 14.– / sFr 16.80 / sofort lieferbar In den Warenkorb
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Fortsetzung von Fernand Delignys "Ein Floß in den Bergen. Neben Kindern leben, die nicht sprechen. Chronik eines Versuchs". Jenseits von Sprache und Interpretation wird das gemeinsame Tun als Wanderschäfer zum Anhaltspunkt des Kontakts. Vorwort von Fernand Deligny. Aus dem Französischen von Ronald Voullié. Französische Originalausgabe 1996. Deutsche Originalausgabe

Original-Verlagsinfo

Wir haben einen Versuch gemacht, der weitergeht: das Leben mit dem Floß. Und wir werden weiterhin in der Unkenntnis dessen verharren, was uns erwartet und was ein Abenteuer anderer Art ist, als mit einem Hundeschlitten zum Nordpol zu fahren: wir suchen nach dem, was das Menschliche ausmacht. Die Erzählung von Jacques Lin lädt die Leser dazu ein, das Weite zu suchen. (Aus dem Vorwort von Fernand Deligny)

Über Fernand Deligny

Fernand Deligny arbeitete und lebte über 40 Jahren mit Kindern‚ die als delinquent‚ schwererziehbar‚ verhaltensgestört oder psychotisch gelten. Anfangs in der pädagogischen, psychiatrischen und juristischen Institution, seit 1946 – mit Unterbrechung – eigene Projekte durchführend, so seit 1965 das, von dem in seinem (vergriffenen) Buch "Ein Floß in den Bergen. Neben Kindern leben, die nicht sprechen. Chronik eines Versuchs" die Rede war, mit autistischen Kindern in den Cevennen, ohne staatliche Subventionen erhaltend.

Vorwort

Berichte, die sich darauf beschränken, die Wahrheit zu sagen, sind sehr selten. Hier handelt es sich eher um eine Erzählung als um einen Bericht.

Ich habe mitgemacht bei diesem Versuch, von dem Jacques Lin erzählt, indem er kleine Einzelheiten und Gebärden beschreibt, die den lebendigen Ablauf eines Projektes ausmachen, das seit mehr als fünfundzwanzig Jahren andauert und fortbesteht. Wer diesen Text liest, wird von den Schicksalswendungen eines Gemeinschaftsprojektes erfaßt werden: eine Handvoll Autisten oder Menschen, die dafür gehalten werden, und wir, die wir verschiedene Alter haben, von meinen achtzig Jahren bis zu fünf Jahren, dem Alter des Kindes von Jacques und Gisele, dessen Platz in der Gemeinschaft der hier Anwesenden keineswegs gering ist.

Zwei sind gestorben, andere haben uns verlassen, um anderswo einen Ableger einzupflanzen, der inzwischen Wurzeln geschlagen hat.

Es gibt und es wird immer Institutionen für Kinder und Erwachsene geben, deren Namen sich je nach dem Stand der Forschung und den ministeriellen Entscheidungen ändern. Es gibt und es wird immer Versuche geben, die auf die Suche nach unerwarteten Zufällen gehen, welche zu neuen Verhaltensweisen führen.

Wir haben einen Versuch gemacht, der weitergeht: das Leben mit dem Floß. Und wir werden weiterhin in der Unkenntnis dessen verharren, was uns erwartet und was ein Abenteuer anderer Art ist, als mit einem Hundeschlitten zum Nordpol zu fahren: wir suchen nach dem, was das Menschliche ausmacht. Die Erzählung von Jacques Lin lädt die Leser dazu ein, das Weite zu suchen.

Fernand Deligny