Marianne Leuzinger-Bohleber / Yvonne Brandl / Gerald Hüther
(Hg.) Kartoniert,
306 Seiten, 14 schwarz-weiße Abbildungen, 3 Tabellen, 12,3 x 20,5 cm, ISBN
978-3-525-45178-6. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2006. €
34.90 / sFr 52.50 / sofort lieferbar
HerausgeberInnen | Inhaltsverzeichnis | Rezension | Liefer- & Zahlungsbedingungen incl. Widerrufsrecht | home | zurück zur letzten Seite Problematisierung der drohenden Medikalisierung sozialer Probleme, Auseinandersetzung mit der Diagnose und Behandlung von ADHS als weitverbreiteten Diagnose, mancherorts für fast alle kindlichen Schwierigkeiten im Vorschul- und Grundschulalter. Aufgreifen der aktuellen Kontroversen und Plädoyer für eine sorgfältige Diagnostik sowie für eine professionelle Zusammenarbeit aller beteiligten Experten bei der Therapie der betroffenen Kinder. Originalausgabe Original-Verlagsinfo Wie soll ADHS behandelt werden? Dieses Buch setzt sich auf fachlich-wissenschaftlicher Ebene sowohl mit der Diagnose als auch mit der Behandlung von ADHS auseinander. Die einen plädieren für einen verstehenden und therapeutischen Umgang mit dem betroffenen Kind, während andere in einer medikamentösen Behandlung das Mittel der Wahl sehen. Das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist heutzutage eine weitverbreitete Diagnose, mancherorts für fast alle kindlichen Schwierigkeiten im Vorschul- und Grundschulalter. Die Erklärungen reichen von Störungen des Hirnstoffwechsels, Frühverwahrlosungen, psychischen oder psychosozialen Regulationsstörungen bis hin zu Hochbegabungen. Bei den Präventions- und Therapieangeboten gehen die Empfehlungen weit auseinander. Für die einen ist ein verstehender Zugang zum einzelnen Kind und seiner Lebenssituation der richtige Weg, während andere in einer medikamentösen Behandlung die Lösung des Problems sehen. Diese Sichtweise hat in den letzten zehn Jahren enormen Auftrieb erhalten. Die Autoren dieses Bandes problematisieren und diskutieren eine drohende Medikalisierung sozialer Probleme. Sie greifen aktuelle Kontroversen auf und plädieren für eine sorgfältige Diagnostik sowie für eine professionelle Zusammenarbeit aller beteiligten Experten bei der Therapie der betroffenen Kinder. Marianne Leuzinger-Bohleber, Dr. phil., Professorin für Psychoanalyse an der Universität Gesamthochschule Kassel. Ordentliches Mitglied der Schweizerischen Psychoanalytischen Gesellschaft und der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV). Arbeitsgebiete: Klinische und empirische Forschung in der Psychoanalyse; Indikationsforschung; Adoleszenz; psychoanalytische Entwicklungspsychologie. Dr. Yvonne Brandl, Diplom-Psychologin und Germanistin, arbeitet u. a. im Max-Planck-Institut für Hirnforschung und im Institut für Methodenlehre und Evaluation der Universität Frankfurt/Main und ist derzeit Projektleiterin im Sigmund-Freud-Institut Frankfurt. Dr. rer. nat. Dr. med. habil. Gerald Hüther ist Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Zuvor, am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, hat er sich mit Hirnentwicklungsstörungen und mit der langfristigen Modulation monoaminerger Systeme beschäftigt; als Heisenbergstipendiat hat er ein Labor für neurobiologische Grundlagenforschung aufgebaut. Einführung
In diesem anspruchsvollen Buch aus der Reihe "Schriften des Sigmund-Freud-Institus" wird das "Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom" als verbreitete Diagnose für auffällige Kinder aller Art und als Begründung für die drastisch steigende Vergabe von Ritalin - "psychopharmakologische Gewalt zum Zweck der Verhaltensbeeinflussung unter dem Deckmantel einer medizinischen Diagnose" - differenziert betrachtet. Fallbeispiele und Therapieberichte illustrieren verschiedene Modelle zur Entstehung, Diagnostik und Behandlung mit Schwerpunkt auf dem psychonanalytischen Modell, das ADHS als Symptom einer veränderten Kindheit sieht, nicht als Krankheit, und die ruhelosen Kinder als Individuen mit eigener bigrafischer und kultureller Geschichte. In diesem anspruchsvollen Buch aus der Reihe "Schriften des Sigmund-Freud-Institus" wird das "Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom" als verbreitete Diagnose für auffällige Kinder aller Art und als Begründung für die drastisch steigende Vergabe von Ritalin - "psychopharmakologische Gewalt zum Zweck der Verhaltensbeeinflussung unter dem Deckmantel einer medizinischen Diagnose" - differenziert betrachtet. Fallbeispiele und Therapieberichte illustrieren verschiedene Modelle zur Entstehung, Diagnostik und Behandlung mit Schwerpunkt auf dem psychonanalytischen Modell, das ADHS als Symptom einer veränderten Kindheit sieht, nicht als Krankheit, und die ruhelosen Kinder als Individuen mit eigener bigrafischer und kultureller Geschichte. Kerstin Kempker, FAPI-Nachrichten |