Peter Lehmann (Hg.)
Alles über das Psychiatrische Testament – Gesammelte Kopien wichtiger Publikationen und Textstellen

CoverKlebegebundene Kopien zum Selbstkostenpreis, 116 Seiten, 21 x 29,5 cm, letzte Aktualisierung September 2008. Exklusiv beim Antipsychiatrieversand. Nicht im Buchhandel erhältlich. € 15.50 / sFr 23.20 / sopfort lieferbar In den Warenkorb
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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

  1. Szasz, Thomas S.: »Das Psychiatrische Testament«, Berlin: Antipsychiatrieverlag 1987. Kopie des vergriffenen deutschsprachigen Originaltextes von Szasz

  2. Lehmann, Peter: »Theorie und Praxis des Psychiatrischen Testaments«, in: Kerstin Kempker / Peter Lehmann (Hg.): »Statt Psychiatrie«, Berlin: Antipsychiatrieverlag 1993, S. 253-281. Über die Geschichte des Psychiatrischen Testaments, von Psychiatern verfasste (pro-)Psychiatrische Testamente, Musterbeispiel, Konsequenzen

  3. Exit News: »Das Psychiatrische Testament«, Sondernummer »empowerment« zu den Empowerment-Tagen in Linz, Linz 1997, S. 3 u. 6. Allgemeine Aussagen über Erfahrungen mit der Anwendung des Psychiatrischen Testaments in Deutschland und Österreich

  4. Lehmann, Peter: »Das Psychiatrische Testament«, in: Angelika Dietz / Niels Pörksen / Wolfgang Voelzke: »Behandlungsvereinbarungen«, Bonn: Psychiatrieverlag 1998, S. 222-223. Allgemeines zum Psychiatrischen Testament

  5. »Ich empfehle ein psychiatrisches Testament«, Interview von Barbara Dribbusch mit Peter Lehmann, in: taz – Die Tageszeitung, 29. Juni 2001, S. 6

Juristische Grundlagen, Entscheide und Kommentare

  1. Schönke, Adolf / Horst Schröder: »Strafgesetzbuch. Kommentar«, 20., von Theodor Lenckner u.a. neubearbeitete Auflage, München: C.H. Beck Verlag 1980, S. 418-419, 464, 1440, 1443, 1449-1452, 1455-1456. BRD-Rechtskommentar zum § 223 StGB, auf dem das Psychiatrische Testament basiert

  2. Wullweber, Helga: »The ›psychiatric will‹ oder ›Das psychiatrische Testament‹«, in: Recht und Psychiatrie (BRD), 3. Jg. (1985), Nr. 1, S. 15-18. Die erste deutschsprachige juristische Einschätzung der Wirksamkeit des Psychiatrischen Testaments

  3. Rolshoven, Hubertus / Peter Rudel: »Das Psychiatrische Testament. Zum vorbeugenden Schutz vor willkürlicher Zwangsbehandlung. Mustertext und Gebrauchsanweisung«. Formblätter zum selbst Ausfüllen, Wortlaut identisch mit dem Text in »Statt Psychiatrie«, hg. von Kerstin Kempker und Peter Lehmann (Berlin: Antipsychiatrieverlag 1993); mit integrierter Betreuungsverfügung

  4. Saage, Erwin / Horst Göppinger: »Freiheitsentziehung und Unterbringungsrecht – Materielles Recht und Verfahrensrecht. Kurzkommentar«, 3., von Rolf Marschner, Bernd Volckart und Bernd Wagner völlig neubearbeite Auflage, München: C.H. Beck Verlag 1994, S. 119-121, 316-323. Fortschrittlicher BRD-Rechtskommentar zur Wirksamkeit des Psychiatrischen Testaments

  5. »Genfer Verwaltungsgericht anerkennt psychiatrische Patientenverfügung«, in: Pro mente sana aktuell (Zürich), 1995, Nr. 2, S. 34. Bericht über die erste gerichtliche Anerkennung des Psychiatrischen Testaments incl. der Wortlaut der französischsprachigen Entscheidung des Verwaltungsgerichts Genf vom 22. März 1995 samt Übersetzung ins Englische

  6. Kopetzki, Christian: »Unterbringungsrecht«, Band 2 (»Materielles Recht. Verfahren und Vollzug«), Wien / New York: Springer Verlag 1995, S. 848-851. Erläuterungen zur Rechtssituation von psychiatrischen Vorausverfügungen in Österreich

  7. Gassmann, Jürg: »Vorsorgen mit einer PatientInnenverfügung«, in: Pro mente sana aktuell (Zürich), 2003, Heft 3, S. 15-16. Artikel über die aktuelle Rechtslage in der Schweiz mit Verweis auf das (oben genannte) Urteil des Genfer Verwaltungsgerichts sowie das höchstrichterliche Urteil BGE 127 I 6 aus dem Jahre 2001

Gesetzesinitiativen

  1. Schulz, Kordula / Klaus Friedenthal und die übrigen Mitglieder der Fraktion der AL: »Antrag der Fraktion der AL über ›Gesetz über die Unterbringung in psychiatrische Einrichtungen‹«, Abgeordnetenhaus von Berlin, 9. Wahlperiode, Drucksache 9/2065 vom 7. September 1984. (Vom Parlament abgelehnter) Entwurf eines Unterbringungsgesetzes, in dem die starke Version des Psychiatrischen Testaments (Behandlung ohne Einwilligung nur nach rechtzeitiger vorheriger Willenserklärung analog der Situation in der Medizin) in Gesetzesform gegossen ist, samt taz-Bericht

  2. Jelpke, Ursula und die übrigen Mitglieder der Fraktion der Grünen / GAL Hamburg. »Antrag betr. Gesetz über die Unterbringung von Personen, die an einem nicht nur vorübergehenden Verlust der Selbstkontrolle leiden«, Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, 13. Wahlperiode, Drucksache 13/1667 vom 19. Mai 1988. (Vom Parlament abgelehnter) Entwurf eines Unterbringungsgesetzes (incl. Begründung), in dem die starke Version des Psychiatrischen Testaments (Behandlung ohne Einwilligung nur nach rechtzeitiger vorheriger Willenserklärung analog der Situation in der Medizin) in Gesetzesform gegossen ist

Historisches

  1. Irren-Offensive e.V.: Presseerklärung anlässlich der Publikation des Psychiatrischen Testaments, Berlin, 25. November 1987

  2. Hasper, Fritz / Peter Lehmann: »Wollen Sie elektrogeschockt werden, sollten Sie mal ausrasten? Oder lieber nicht? Wie können Sie sich schon jetzt vor unerwünschten psychiatrischen Maßnahmen schützen?«, Flugblatt zum Psychiatrischen Testament, Berlin 1987

Diskussionen und Meinungen

  1. Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Berlin-Schöneberg: Protokoll vom 6. Dezember 1989. Mit einem Bericht über die Akzeptanz des Psychiatrischen Testaments in der lokalen Psychiatrie

  2. »Das psychiatrische Testament. Ein ›kunstfehler‹-round-table über die Vorausverfügung in der Psychiatrie«, in: Kunstfehler (Salzburg), 11. Jg. (1997), Heft 75 (Kunstfehler special: »Zwischen Zwang und Freiheit – Psychiatrie in Österreich«), S. 29-33. Diskussion eines Patientenanwalts mit einem Unterbringungsrichter, einem Psychiater und einem Betroffenen

  3. Amering, Michaela / Heinrich Donat / Martina Wagner: »Patientenverfügung und Patientenrechte im Rahmen psychiatrischer Behandlungen«, in: Kontakt – Zeitschrift der HPE [»Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter, Dachverband der Vereinigungen von Angehörigen und Freunden«, Österreich], 22. Jg. (1999), Nr. 1 (Februar). Diskussion einer Patientenanwältin mit einer kritischen Psychiaterin und einem normalen Psychiater

Das Psychiatrische Testament und andere Vorausverfügungen

  1. Kempker, Kerstin: »Vom Rechtsanspruch zum Bittebitte«, Leserbrief zur Frage: ›Was ist ein Behandlungsvertrag in der Praxis wert‹, in: Infoblatt Psychiatrie (Nürnberg), Heft 22 (April 1995), S. 4-5. Abgrenzung des Psychiatrischen Testaments zur Behandlungsvereinbarung (sogenannter Behandlungsvertrag)

  2. Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BRD): Stellungnahme zum Behandlungsvertrag und zum Psychiatrischen Testament, in: BPE-Rundbrief, 1995, Nr. 2 (April), S. 4

  3. Baron, Ester: »Psychisch Kranke nicht gleich abspritzen. Krisenkarte schützt psychisch Kranke«, in: Caritas aktuell (Freiburg im Breisgau), 1995, Nr. 3 (August), S. 4. Bericht über die – vom Ansatz her – vergleichbare Krisenkarte des Klub Känguruh e.V. in Frankfurt/Main

Presseberichte

  1. Eraserhead: »Testament gegen den Terror«, in: Tip (Berlin-Magazin), 17. Jg. (1988), Nr. 6 (3.-16. März), S. 82-83. Pressemeldung anlässlich des Erscheinens des deutschsprachigen Psychiatrischen Testaments

  2. »Wer Neuroleptika fürchtet, der mache sein Testament«, in: Ärzte Zeitung (BRD), Nr. 213 (2. Dezember 1987), S. 9. Pressemeldung anlässlich des Erscheinens des deutschsprachigen Psychiatrischen Testaments

  3. »Das psychiatrische Testament«, in: Soziale Medizin (Schweiz), 15. Jg. (1988), Nr. 3 (März). Pressemeldung anlässlich des Erscheinens des deutschsprachigen Psychiatrischen Testaments

  4. »Chemische Knebel«, in: Spiegel (BRD), 47. Jg. (1993), Nr. 23, S. 83. Bericht über das Psychiatrische Testament in Deutschland

  5. Blumencron, Britta: »Selbstbestimmung im ›Kuckucksnest‹. ›Psychiatrisches Testament‹ soll vor Behandlung mit Psychopharmaka schützen«, in: Kurier (Wien) vom 26. Januar 1995. Bericht über das Psychiatrische Testament in Wien

  6. Blumencron, Britta: »Menschenwürde per Testament. Sensation am Steinhof: Psychiater respektiert schriftliche Auflagen seines Patienten, der bestimmte Medikamente ablehnte«, in: Kurier (Wien) vom 11. August 1995, S. 7. Bericht über einen erfolgreichen Einsatz des Psychiatrischen Testaments in Wien

  7. »Patientenrechte im psychiatrischen System: Gegen die Behandler handeln«, in: Augustin (Wien), Nr. 97 (Mai 2002), S. 12. Bericht über den Stand der Umsetzung des Psychiatrischen Testaments in Österreich

  8. Lehmann, Peter: "Psychiatrische Testament lebt - Nachruf auf Hubertus Rolshoven", in: Rundbrief des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener e.V., 2003, Nr. 2 (Mai), S. 22-23

Achtung! Es handelt sich um teilweise historische Texte. So stimmen beispielsweise die Adressen der Rechtsanwältin Helga Wullweber sowie der Irren-Offensive e.V. nicht mehr; deren jetzige Mitglieder vertreiben und vertreten den Mustertext des Psychiatrischen Testaments von Hubertus Rolshoven und Peter Rudel auch nicht mehr. Und viele der antipsychiatrischen Aktivisten (z.B. Fritz Hasper, Peter Lehmann, Christa Schwarz-Accar) haben der Irren-Offensive e.V. bereits Ende 1989 den Rücken gekehrt. Außer dem Namen hat die heutige Irren-Offensive mit der basisdemokratischen Gruppe der 80er Jahre kaum mehr etwas gemeinsam.

Der in der Sammlung enthaltene Artikel »Das Psychiatrische Testament« von Thomas S. Szasz würde aufgrund Szasz' neuerer primitiv-kapitalistischen Schriften und seiner offenbaren Nähe zur Scientology-Sekte im Antipsychiatrieverlag heutzutage nicht mehr publiziert werden. Dennoch soll der Text als wichtiges Dokument in der Sammlung enthalten bleiben, wie auch die Presseerklärung der Irren-Offenvie vom 25.11.1987, in der die Sprecherin der Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte, einer Scientology-Organisation, unkommentiert zitiert wird.