Heinrich
Kramer (Institoris) Kartoniert,
864 Seiten, 12 x 19 cm, ISBN 978-3-423-30780-2. München: Deutscher
Taschenbuch Verlag, 2. Auflage 2001. € 17.90 / sFr 26.90 / sofort
lieferbar ![]() Inhaltsverzeichnis & Einführung | Herausgeber | Liefer- & Zahlungsbedingungen incl. Widerrufsrecht | home | zurück zur letzten Seite Anleitung zur Hexenverfolgung, der vorpsychiatrischen Form der Hilfe für Menschen mit unerwünschter Lebens- und Sinnesweise. Neu aus dem Lateinischen übertragen von Wolfgang Behringer, Günter Jerouschek und Werner Tschacher. Im Jahr 2000 herausgegeben und eingeleitet von Günter Jerouschek und Wolfgang Behringer Original-Verlagsinfo An der Schwelle zur Neuzeit erschien in Deutschland jenes Buch, das als erfolgreichstes »Handbuch der Hexenjäger« traurige Berühmtheit erlangte: der Malleus maleficarum, zu deutsch Der Hexenhammer, Erstdruck 1487. Als Verfasser zeichnen die beiden dominikanischen Inquisitoren Heinrich Institoris und Jakob Sprenger. In drei Teile gegliedert, wird zunächst dargelegt, dass schon die Leugnung des Hexenglaubens als verwerfliche Ketzerei verurteilt werden muss. Im Anschluss an diese These geht es um den Nachweis der Mitwirkung des Teufels bei allen Hexereien, wobei die naturgegebene Anfälligkeit der Frauen hervorgehoben wird. Im zweiten Teil werden die Untaten der Hexen spezifiziert. Unter dem Gewand des wissenschaftlichen Beweises enthüllen die Verfasser ihre eigene inquisitorische Praxis, die bereits 48 Frauen an den Hexenpfahl brachte. Der dritte Teil ist als praktische Anleitung für die weltlichen und geistlichen Hexenjäger konzipiert und betont die »Vorteile« des Inquisitionsprozesses, der weder ein Anklageverfahren noch eine Verteidigung des Verdächtigten erfordert. Der Handbuchcharakter des Hexenhammers erwies sich im Sinne der Verfasser als wirkungsvoll: Zweieinhalb Jahrhunderte loderten in Deutschland die Scheiterhaufen, war jede Kritik an den Hexenverfolgungen selbstmörderisch. Seit langem galt die 1902 erschienene Übersetzung des lateinischen Originaltextes als unzulänglich, wenn auch unentbehrlich. Mit dieser Ausgabe liegt nun nach fast hundert Jahren erstmals eine lesbare, übersichtlich gestaltete und wissenschaftlich verlässliche Neuübertragung aus dem Lateinischen vor. Die Kommentierung wichtiger Belegstellen und der Nachweis der Beispiele aus historisch dokumentierten Hexenverfolgungen erleichtern den Zugang. Herausgeber und Übersetzer haben dabei den neuesten internationalen Forschungsstand einbezogen. Damit können immer noch verbreitete falsche Vorstellungen über Ausmaß, Zeitraum und Charakter der Hexenverfolgungen endlich zurechtgerückt werden. Prof. Dr. jur. Dr. phil. Günter Jerouschek
ist Ordinarius an der Juristischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität
Jena und Psychoanalytiker. |