Theodor Itten Gebunden,
XI + 193 Seiten, 1 Abbildung, 22 Tabellen, 15,5 x 23,5 cm, ISBN 978-3-211-48622-1.
Wien: Springer Verlag 2007. € 24.95 / sFr 29.95 / sofort lieferbar
Über den Autor | Inhaltsverzeichnis | Vorwort | Rezensionen | Liefer- & Zahlungsbedingungen incl. Widerrufsrecht Alles über diesen heftigen Gefühlsausbruch und dessen zerstörerische Wucht. Woher Jähzorn kommt, weshalb die Auseinandersetzung mit dieser Gefühlsregung bisher gesellschaftlich tabuisiert ist und was man gegen Jähzorn unternehmen kann. Originalausgabe Original-Verlagsinfo Die zerstörerische Wucht dieses heftigen Gefühlsausbruchs ist bekannt, doch bisher gesellschaftlich tabuisiert. Wir sind Zeugen von Jähzornausbrüchen im Familienleben, in Partnerschaften, im Straßenverkehr, im Berufsalltag, im Sport usw. Zur Untermauerung dieser Beobachtungen wurde an die 600 Personen zu ihren persönlichen Erfahrungen mit Jähzorn befragt. Die Zahlen überraschen, 20 % waren als Kind Opfer von jähzornigen Eltern, 24 % der Befragten sind jähzornig. Wir stehen verblüfft vor dem offenen Geheimnis einer veritablen Volksplage. Wo kommt Jähzorn her? Wie zeigt sich Jähzorn? Was können wir tun? Diese Fragen begleiten den Autor durch Religionen, Mythen, Literatur und Film. Einzelfallstudien liefern neue sozialpsychologische und psychotherapeutische Einsichten sowie konkrete Anstösse für Psychotherapeuten, Ärzte, Pädagogen und andere helfende Berufe. Es informiert Betroffene und Angehörige. Mit diesem Buch wird der Jähzorn erstmals im deutschsprachigen Raum zum Thema gemacht. Theodor Itten. Geboren 1952 in Langenthal (Schweiz). Studierte 1972 bis 1981 Psychologie an der Middlesex und City University, Psychotherapie und Ethnologie in London bei Ronald. D. Laing und Francis Huxley. Mitglied im United Kingdom Council of Psychotherapy. Seit 1981 Psychotherapeutische Praxis in St. Gallen, seit 2003 Vorstandsmitglied des Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten Verbands. Für 12 Jahre im Stiftungsrat der Pro Mente Sana aktiv. Weitere Titel von und mit Theodor Itten im Antipsychiatrieversand:
Vorwort 1. Teil Woher kommt Jähzorn? 1 Der Brunnen ..... 4 2 Die Sprache des Jähzorns ..... 7 3 Der gezählte Jähzorn ..... 14 4 Die Begründung ..... 31 5 Die Grundstörung ..... 43 2. Teil Wie zeigt sich Jähzorn? 6 Auslöser ..... 62 7 Jähzorn in Kultur und Religion ..... 74 8 Sozialpsychologie und Gesellschaft ..... 103 9 Täter ..... 111 10 Opfer ..... 133 3. Teil Was können wir tun? 12 Psychotherapie ..... 142 13 Einsicht ..... 156 14 Kinder und Eltern ..... 163 15 Vom Opfer zum Täter ..... 169 16 Wege aus dem Jähzorn ..... 181 Ausklang ..... 190 Anhang Dank ..... 192 Forschungsresultate ..... 192 Endnotes ..... 198 Bibliographie ..... 202 Index Seit dem Abend des 9. Juli 2006, dem Fussball-Weltmeisterschafts-Finale, wissen Milliarden von Menschen, die dem Spiel zugeschaut haben, wie ein möglicher Jähzornanfall passieren kann. Der Fussball-Buddha, Zinedine Zidane, wurde von einem italienischen Gegenspieler in einer so verletzenden und erniedrigenden Weise provoziert, dass er seine heftigen Zornesgefühle nicht mehr zurückhalten konnte. Innerhalb von acht Sekunden war der ganze völlig unerwartete, uns ZuschauerInnen überraschende Spuk vorüber. Buddha köpfelte seinen Provokateur zu Boden. Er oben, der andere unten. Das war's. Ein Fussballgott straft sofort. Wenige Momente später sah Buddha die Rote Karte. Er, wieder in sich gekehrt, verliess gesenkten Hauptes und mit feuchten Augen das Spielfeld. Der Bescheidene, der Meisterliche, der In-sich-Ruhende, der Stille, der Gefühlszurückhaltende, der Vorbildliche, wie viele Schreibende ihn betitelt haben, konnte seinen Zorn nicht altersentsprechend zeigen und gefühlvoll halten. Naomi Campbell hat wieder einen Jähzornanfall gehabt, lesen wir in der Zeitung. Auch sie, die Mode-Ikone, rastet immer wieder aus. Sie verhält sich, als ob sie ihre Jähzornanfälle zelebriert. Campbell und Zidane sind eine und einer von 25 Menschen pro Hundert der jeweiligen zivilisierten Landesbevölkerung, die zum Jähzorn neigen. Der plötzlich heftig ausbrechende Zorn kann nicht mehr zurückgehalten werden. Es gibt die Auslöser, die ihn hervorbringen. Es gibt die temperamentvolle Veranlagung dazu. Der Jähzorn kann aus einem Menschen herausbrechen, wie die Lava eines Vulkans aus der Erde. Wenn die innere Gefühlsspannung zu gross wird, die betroffene Person keine Möglichkeit hat, mit ihren heftigen Gefühlen gut genug umgehen zu können, bricht der Zorn jäh aus ihr heraus. Zu viel ist zu viel. Das eigene Gefühlsleben ist einem Habitus unterworfen. In der Welt der Psychologie und Psychopathologie wird der Jähzorn als eine affektive Persönlichkeitsstörung, als ein Aspekt unter insgesamt acht Kriterien der Borderline-Persönlichkeitsstörung und als unausbalancierter Choleriker-Charakterstil gesehen. Dennoch gilt Jähzorn nicht als psychische Störung in den beiden gegenwärtig trendsetzenden internationalen Klassifikationen psychischer Störungen, ICD-10 und DSM IV/2. Gut so und ich hoffe, das bleibt so, auch wenn ich mit dieser Studie den jähen Zorn erstmals zum öffentlichen Thema mache. Wo kommt der Jähzorn her? Wie zeigt er sich? Was können wir tun, um ihn loszuwerden? Viele Menschen erleben den Jähzorn als eigene, oft vererbte emotionale Ergriffenheit. Die zerstörerische Wucht dieses jäh in ein Alltagsgeschehen einbrechenden Zorns ist bekannt und wird dennoch oft gesellschaftlich tabuisiert. Viele Kinder jähzorniger Eltern, viele PartnerInnen jähzorniger Partner leiden unter den seelischen und physischen Verletzungen dieser emotionalen unkontrollierbaren Ausbrüche. Wir sind Zeugen von Jähzornausbrüchen im Familienleben, in Partnerschaft, im Strassenverkehr, im Berufsalltag, in Schulen und Heimen. Wir stehen ratlos vor dem offenen Geheimnis einer veritablen Volksplage. Um hier Klarheit zu gewinnen, wurden zwischen März und Juni 2006 in der Ostschweiz 481 Personen zu ihrer Erfahrung mit Jähzorn befragt. In einer weiteren telefonischen Umfrage in drei Städten Bern, Zürich, Basel wurden im August 2006 weitere 94 Personen als Kontrollgruppe befragt. In einem ersten Teil werden die Ergebnisse präsentiert, diskutiert und in einen Gesamtzusammenhang gebracht. Jähzorn wird in seinen kultur-, religionsgeschichtlichen und sozialpsychologischen Bedingungen untersucht. Aus der jüdischen und der christlichen Bibel, aus griechischen und germanischen Mythen werden Geschichten erzählt um aufzuzeigen, wie der Jähzorn zum Menschsein gehört und wie in der alten Welt damit umgegangen wurde. Im zweiten Teil betrachten wir die Auslöser, Anfälle und Verläufe von Jähzorn. Welche Funktion hat der Jähzorn in unseren lebendigen Systemen, wie Familie, Schule, Arbeitswelt und Freizeit? Was verbindet die Täter und Opfer? Und was passiert, wenn ehemalige Opfer zu Tätern werden? Im dritten Teil beschäftigen uns die Möglichkeiten vor allem die Wege der Psychotherapie - uns vom Jähzorn zu befreien. Einige Fallbeispiele aus meiner psychotherapeutischen Praxis zeigen, wie wir uns von jähen Zornanfällen lösen können. Wie verändert sich der Umgang mit dem Gefühl des Zorns dank einer integrativen, leibeinbeziehenden Therapie? Was gibt es für Eigenhilfen, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen? Wie kann dieses starke und zum Leben gehörende Gefühl in sich reguliert und kraftvoll, verantwortungsvoll gehalten werden? Was kann ich tun, damit der Jähzorn nicht mehr zurückkommt, wenn ich mich von ihm befreit habe? Warum gibt es Menschen, die nicht ohne Jähzorn leben können? Wer kennt sie nicht, die unangenehme Erfahrung mit eigenem oder fremdem Jähzorn? Jeder Fünfte war laut Befragungen in der Ostschweiz als Kind Opfer von jähzornigen Eltern, 24 Prozent der Befragten bezeichneten sich selbst als jähzornig. "Wenn wir als Kinder mit einem jähzornigen Elternteil aufwachsen, werden wir durch diese Erfahrung geprägt. Wir entwickeln eine Jähzornangst", schreibt der Autor, ein in St. Gallen niedergelassener Psychotherapeut. Er weiß, wovon er spricht. Mit 14 Jahren zerhaute er die geerbte Geige seines Großvaters aus Wut darüber, dass er das Instrument in eine Gitarre umschreinern sollte, da sein engstirniger Vater ihm keine Gitarre kaufen mochte. Mit seinem Buch macht Itten den Jähzorn erstmals im deutschsprachigen Raum zum Thema. Wo kommt Jähzorn her? Wie zeigt sich Jähzorn? Was können Betroffene, Angehörige und Therapeuten tun? Bei der Beantwortung brennt der Autor ein Feuerwerk an Informationen ab, die man sich kaum umfassender vorstellen kann: Jähzorn in Religionen, Mythen, Geschichte, Literatur, Filmen, im Alltag, im Sport. "Im Überblick des Weges, den wir durch die Geschichten, Mythen und Therapieberichte dieses Buches gegangen sind, merke ich viel klarer, was sich im und durch den Jähzorn zeigt. Jähzorn kann verstanden und verändert werden, sobald die verschiedenen Bereiche des eigenen wahren und wirklichen Lebens miteinander in Verbindung sind." (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten) Ausser
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