Die Irren-Offensive
Zeitschrift von Ver-rückten gegen Psychiatrie Zeitschrift,
56 Seiten, 21 x 29,5 cm, Kopie des vergriffenen Heftes von 1987, Abgabe
zum Selbstkostenpreis. € 5.50 / sFr 6.60 / sofort lieferbar
Inhalt | Liefer- & Zahlungsbedingungen incl. Widerrufsrecht Die letzte Nummer der alten Irren-Offensive aus Berlin, als sie noch aggressiv, witzig und empfehlenswert war. Mit vielen Abbildungen und Cartoons und mit Beiträgen von Astrid Biebrich, Ludger Bruckmann, Helmut Fexer, Fritz Hasper, Reinhold Hentschel, Annette Heselhaus, Peter Lehmann, Kurt Lindner, Lars Martensson, Bettina Preu, Tina Stöckle, U.N. Terwegs und Hermann Treusch. (Damit wir das Heft kostengünstig als Büchersendung versenden können, haben wir beim Kopieren die Werbeanzeigen überdeckt.) Leseprobe Leserbrief: An die Redaktion der Irren-Offensive! Habe Eure Zeitschrift durch die Tip-Zeitung kennengelernt. Ich wünsche Euch bei Eurer Arbeit alles Gute. Habe leider auch eine Nervenklinik kennengelernt und zwar die in Berlin-Spandau. Man hat mich dort unter dem Vorwand hingeschickt weil im Krankenhaus kein Bett frei sei. Ich hatte das Ende einer Ehe hinter mir, und ich bat das Gesundheitsamt Spandau, mich ein paar Tage ausruhen zu dürfen in einem Krankenhaus. Ich wollte nur ein paar Tage ausruhen und nachdenken weil ich kein Bett zum Schlafen hatte. Ganz allein bin ich dort ahnungslos in diese Nervenklinik reingegangen. Nach ein paar Minuten merkte ich, was los war, und bat, dass man mich nach Hause gehen lassen mochte. Ich wollte lieber zurück zu einem Ehemann, der mir mit Prügeln gedroht hat, als in eine Nervenklinik. Da ich Schwester und Arzt angeschrien habe und mit dem Gericht gedroht habe, hat mich dieser Dr. G. mundtot gemacht. Ich musste mich nackt ausziehen dieser Dr. G. hat mir irgendeinen Paragraphen vorgelesen und wörtlich zu mir gesagt, dass er innerhalb von 24 Stunden mit mir machen kann, was er will. Danach bekam ich eine herrliche K.o.-Spritze, von der ich über 15 Stunden schlief. Darauf bekam ich Augenkrämpfe und Ohnmachtsanfälle. Unter Zwang musste jeder Tabletten nehmen (ansonsten vom Arzt Spritze). Ich durfte erst nach Hause, als ich sagte, dass ich zum Ehemann zurückkehre. Es gab eine Gerichtsverhandlung auf der Station ich spielte eine glückliche Ehefrau war ja alles wieder o.k. Bin inzwischen geschieden, habe meine erste Reise nach Ibiza hinter mir. Wenn man die Norm unserer Gesellschaft durchbricht, ist man verrückt. Leider konnte ich diesen Dr. G. nie vor Gericht bringen, da unsere Gesetze ihm Recht geben. Ich hoffe, da drinnen (Nervenklinik Spandau) jagt mal jemand dem Arzt seine eigene Spritze in den Arsch. Dann möchte ich ihm seine blöde Visage in einem Spiegel zeigen Kinder, können wir den nicht mal fragen, ob er sich zur Verfügung stellt! Mit
allerbesten Grüßen
Weitere Hefte der Irren-Offensive aus der Zeit, bevor sie eine dogmatischen Randgruppe wurde: Heft 1: Mit uns nicht mehr! (1981) · Heft 2: Friede den Ver-rückten (1983)·
|