Alfred Hausotter
GottTeufel – Innenansicht einer Psychose

CoverKartoniert, 343 Seiten, 12 farbige Abbildungen, 3 schwarz-weiße Abbildungen, 2 Faksimiles, 14,5 x 20,5 cm, ISBN 978-3-901409-72-1. Linz: Editon pro mente, 3., überarbeitete und erweiterte Auflage 2008. € 18.– / sFr 26.95 / sofort lieferbar In den Warenkorb
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Offene und detaillierte Beschreibungen von vier psychotischen Episoden von Mitte der siebziger bis Mitte der achtziger Jahre in Österreich, frei von störenden Wertungen. Die Innenansichten eines Wahns werden – eingebettet in den ganz normalen Wahnsinn von Familie, Schule, Bundesheer und Psychiatrie – beklemmend folgerichtig. Ein Buch von Mut, Eigensinn und Selbstheilung und davon, wie Psychiatrie und Psychopharmaka dem im Wege stehen. (Achtung: Die Edition Pro mente versäumte es, im Impressum des Buches darauf hinzuweisen, dass es sich bei der 343 Seiten umfassenden Ausgabe um die 3., überarbeitete und erweiterte Auflage von 2008 handelt.) Originalausgabe 2006

Original-Info des Verlags

Das Buch folgt einem zweigeteilten Konzept: Im ersten Teil erzählt der Autor, seit Jahren selbst als Betreuer im psychosozialen Feld tätig, die Chronik seiner Manie und Depression als Geschichte immer wiederkehrender psychischer Krisen. Zentrales Anliegen des Autors ist es, zu zeigen, dass ein verändertes soziales Umfeld – in seinem Fall der Wechsel von Eltern und Heimatort an die Universität nach Salzburg – ein gesellschaftlich verträgliches Ausagieren und damit letztlich ein Überwinden von Psychose ermöglichen kann. Der zweite, umfangreichere Teil des Bandes enthält einen Fundus an von Hausotter ausgewählten und unzensiert wiedergegebenen Texten, die er während seiner psychotischen Schübe niedergeschrieben hat.

Info des Autors

Im ersten Teil des Buchs beschreibe ich in möglichst authentischer und konkreter Form – ohne theoretische Erklärungsversuche –- meine psychotischen Erlebnisse.

Nach jeder Einweisung bekam ich Neuroleptika (Melleril, Orap, Leponex etc.) verschrieben, die jedoch nur vorübergehend die akuten Symptome unterdrückten und äußerst unangenehme Nebenwirkungen hatten. Nach einem misslungenen Selbstmordversuch unter Leponexeinwirkung und erneuter Zwangseinweisung aufgrund eines vermutlich durch Medikamente bedingten Bewusstseinsausfalls setzte ich die Psychopharmaka selbstständig ab.

Dies ging einige Jahre gut, bis sich der nun bereits vierte Krankheitsschub einstellte, den ich diesmal erstmals gänzlich ohne psychiatrische Intervention und Medikamente durchlebte. Sehr hilfreich war mir dabei das spontane kreative Ausagieren meiner manischen Getriebenheit durch Zeichnen und vor allem Niederschreiben meiner wahnhaften Eingebungen. Nach ca. einem halben Jahr verkehrte sich die Manie von selbst in ihr Gegenteil und wurde eine massive Depression, aus der ich im Grunde nur durch einen glücklichen Zufall heraus kam.

Da ich seitdem relativ gesund bin, sind schizophrene Schübe u. ä. für mich einfach nur naturgemäße Selbstheilungsversuche des menschlichen Organismus, die zumindest meiner Erfahrung nach durch Neuroleptika nur behindert werden.

Vita des Autors

  • Geboren 1954
  • Hauptschule in einem katholischen Internat (Stephaneum)
  • Handelsakademie: Zwei Monate vor der Matura 1. schizophrener Schub
  • Kaufmännischer Angestellter
  • Nach drei Jahren 2. Schub. Im selben Jahr Selbstmordversuch und 4. Einweisung
  • Korrektor
  • Psychologiestudium: Im zweiten Semester 4. und letzter manisch-depressiver Schub
  • Sponsion
  • Promotion
  • Selbstmord der Schwester unter Haldol-Depot
  • Sozialpädagogischer Leiter in einem sozioökonomischen Arbeitsprojekt
  • Psychotherapieausbildung in katathym-imaginativer Psychotherapie (Praktikantenstatus)
  • Seit 1997 bei Pro mente in der Betreuung psychisch Kranker als Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe tätig
  • Verheiratet, 1 Kind

Weitere Bücher mit Beiträgen von Alfred Hausotter im Antipsychiatrieversand:

  • Lehmann, Peter / Peter Stastny (Hg.): Statt Psychiatrie 2 mit dem Artikel "Was hilft mir, wenn ich verrückt werde?" (S. 54-56)

  • Stastny,  Peter / Peter Lehmann (eds.): Alternatives Beyond Psychiatry with the contribution "What helps me if I go mad?" (pp. 51-54)

Rezension

"Der Autor, klinischer Psychologe, beschreibt offen, detailliert ohne jede Wertung seine vier psychotischen Episoden von Mitte der siebziger bis Mitte der achtziger Jahre in Österreich. Im zweiten Teil finden sich seine Texte aus jener Zeit (Der Charakter Gottes, Die Politik des Teufels, Mein Auto und Ich, Elternproblem u.v.m.). Die Innenansichten eines Wahns werden – eingebettet in den ganz normalen Wahnsinn von Familie, Schule, Bundesheer und Psychiatrie – beklemmend folgerichtig. Ein Buch von Mut, Eigensinn und Selbstheilung und davon, wie Psychiatrie und Psychopharmaka dem im Wege stehen." (Kerstin Kempker, FAPI-Nachrichten)