Arno Gruen
Der Fremde in uns

CoverKartoniert, 238 Seiten, 12 x 19 cm, ISBN 978-3-423-35161-4. München: Deutscher Taschenbuch Verlag 2002. € 9.90 / sFr 14.85 / sofort lieferbar In den Warenkorb

Über den Autor | Leseprobe | Pressestimmen | Liefer- & Zahlungsbedingungen incl. Widerrufsrecht | home | zurück zur letzten Seite 
Arno Gruens Ziel ist es, die zerstörerischen Anteile in uns, die das Eigene zum Fremden machen, als eigentliche Krankheit offen zu legen. Dabei geht es um individuelle Antriebe bis hin zum politischen Handeln. Originalausgabe

Original-Verlagsinfo

»Ich fürchte, unsere Kultur engt uns von Anfang an ein und treibt uns weg von dem, was wir sein könnten«, sagt Arno Gruen. Sein Ziel ist es, die zerstörerischen Anteile in uns, die das Eigene zum Fremden machen, als eigentliche Krankheit offen zu legen. Ignorieren wir dies, muss unser Geschichtsbewusstsein unvollständig bleiben, und Pogrome, Holocaust, ethnische Säuberungen und verdeckter oder offener Fremdenhass werden weiter die Geschichte des Menschen bestimmen.

Der Fremde in uns, das ist der uns eigene Teil, der uns abhanden kam und den wir zeit unseres Lebens, jeder auf seine Weise, wiederzufinden versuchen. Manche tun es, indem sie mit sich selbst ringen, andere, indem sie andere Lebewesen zerstören. Der Widerstreit zwischen diesen zwei Ausrichtungen des Lebens, die beide von derselben Problematik bestimmt sind, wird über die Zukunft unseres Menschseins entscheiden. Die Einsichten dieses Buches sind engstens verknüpft mit dem Leben und Leiden der Patienten, deren Eltern Nazi-Täter waren. Ihr Leben steht exemplarisch für die Suche nach dem Fremden in uns und der Aussöhnung mit ihm. Ihr Mut, sich mit diesem Schicksal auseinanderzusetzen, trug außerordentlich dazu bei, das Rätsel zu entschlüsseln, das im Weitergeben des eigenen Opferseins durch das Tätersein liegt. Ziel ist es, dazu beizutragen, die zerstörerischen Anteile wie panische Angst, rastlose Leidenschaft, blinden Hass, besonders den Hass auf Fremde, zurückzudrängen, bevor sie übermächtig werden.

Arno Gruen ermutigt uns, den eigenen unbekannten Kontinent der Gefühle zu erforschen. Dabei geht es um individuelle Antriebe bis hin zum politischen Handeln und darum, jene Einsichten zu gewinnen, die das zwischenmenschliche Handeln leiten.

Über den Autor

Arno Gruen, 1923 in Berlin geboren, 1936 Emigration in die USA, 1961 Promotion als Psychoanalytiker bei Theodor Reik. Tätigkeit als Professor und Therapeut an verschiedenen Universitäten und Kliniken, daneben seit 1958 psychoanalytische Privatpraxis. Seit 1979 lebt und praktiziert Arno Gruen in der Schweiz. Zahlreiche Fachpublikationen und Buchveröffentlichungen.

Weitere Bücher von Gruen im Antipsychiatrieversand: Verratene Liebe – Falsche Götter   ·  Der Verrat am Selbst – Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau   ·  Der Wahnsinn der Normalität – Realismus als Krankheit: eine grundlegende Theorie zur menschlichen Destruktivität

Leseprobe

"Sie hatten sich zuvor noch nie gesehen. Sekula, ein Jugoslawe, wandert mit einem Moslem an einem Fluß entlang. Es ist heiß. Sie rasten, Sekula spielt mit seiner Pistole. Der Moslem fragt, ob sie geladen sei. Plötzlich wird Sekula bewusst, dass er seinen Begleiter töten muss. Er kann die Scham sonst nicht ertragen. Er drückt ab. Er tötet nicht aus Hass. Er tötet, weil er diesen Menschen nicht hassen kann."

Pressestimmen

»Als wäre das Buch für den 11. September geschrieben.« Süddeutsche Zeitung anlässlich der Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises an Arno Gruen

»Arno Gruen gibt uns mit seinem Buch neue Anstöße zu erkennen, was war und was getan werden kann.« Burkhard Hirsch in seiner Laudatio

»Ein schmales, aber gewichtiges Buch …, ein politisches Buch …, ungemein dicht und ohne Redundanz: jeder Satz ein Gedanke, und für keinen Gedanken ein Wort zuviel.« Der Spiegel

»Ein neues, epochales Buch von Arno Gruen.« Die Presse »Die beste sozialpsychologische Studie seit den Arbeiten von Erich Fromm.« Aargauer Zeitung

"Arno Gruen ist der erste Psychologe, der von Nietzsche geschätzt worden wäre." (Henry Miller)