Udo Grashoff
"In einem Anfall von Depression ..." Selbsttötungen in der DDR

Kartoniert,
518 Seiten, 14,8 x 21 cm, ISBN 978-3-86153-420-4. Berlin: Christian
Links Verlag 2006. € 29.50 / sFr 44.90 / sofort lieferbar
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Originalausgabe
Original-Verlagsinfo
Wie glücklich waren die Menschen im Arbeiter- und Bauernparadies
wirklich? Die DDR gehörte zu den Staaten, in denen überdurchschnittlich
viele Menschen durch eigene Hand starben. Im weltweiten Vergleich
der Selbsttötungsraten nahm der "erste sozialistische Staat auf
deutschem Boden" einen Spitzenplatz ein. War das eine Folge der
SED-Diktatur? Warum wurde das Thema jahrelang tabuisiert? Der Leipziger
Historiker und Biochemiker Udo Grashoff hat mehrere tausend Suizidfälle
ausgewertet und fertigte erstmalig eine Analyse des Selbstmordgeschehens
für die gesamte Zeit der DDR an. Dabei zeigt er unterschiedliche
Arten im Umgang mit Selbsttötungen auf und geht auf entsprechende
Entwicklungen im medizinischen Bereich ein. Zugleich behandelt er
den durch Partei und Staat vorgegebenen ideologischen Diskurs dazu
und die damit verbundenen kulturellen Praktiken. Deutlich werden
Konfliktfelder und existenzbedrohende Situationen in der SED-Diktatur,
die zeitweilig zu gehäuften Selbsttötungen führten. Der Zusammenhang
zwischen Repression und Suiziden wird anhand von bisher unveröffentlichtem
statistischem Material wissenschaftlich erörtert.
Der Autor
Udo Grashoff, geboren 1966, Historiker und Journalist, promoviert
über Selbsttötung.