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Susanne Fricke / Iver Hand
Zwangsstörungen verstehen und bewältigen Hilfe zur Selbsthilfe
Kartoniert,
141 Seiten, 23 schwarz-weiße Abbildungen, 14,4 x 21,5 cm, ISBN 978-3-86739-001-9.
Bonn: BALANCE Buch + Medien Verlag, 4. Auflage 2009. € 14.90
/ sFr 17.90 / sofort lieferbar
Über Autorin & Autor
| Inhalt | Beispiel
| Rezensionen | Liefer-
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Anleitung zur Selbsttherapie für Leute, die mit ihren Zwängen
absolut nicht mehr zurecht kommen und keine andere Möglichkeit
der Abhilfe sehen. Erstausgabe 2007
Original-Verlagsinfo
Ewa 2 bis 3% der Menschen haben eine Zwangserkrankung - nicht ihr
ganzes Leben lang, aber über viele Jahre. Sie müssen zwanghaft putzen,
waschen, kontrollieren oder sammeln mit erheblichen Folgen für ihren
Alltag und den Alltag ihrer Angehörigen. Dieser Ratgeber ist als
Hilfe zur Selbsthilfe gedacht. Es richtet sich an Betroffene, die
wissen wollen, ob sie eine Zwangserkrankung haben und wenn ja, was
sie dagegen unternehmen können.
Über Autorin und Autor
Susanne Fricke, geb. 1967, Dr. phil., Dipl. Psychologin, Wissenschaftspreis
der Deutschen Gesellschaft für Zwangserkrankungen (DGZ) 2003.
Iver Hand, geb. 1941, Prof. Dr. med., Leiter der Verhaltenstherapie
am Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg, Gründungsvorsitzender
der Deutschen Gesellschaft für Zwangserkrankungen (DGZ).
Inhalt
Am Beispiel von Frau Clemens und anderen werden sehr anschaulich
und leicht verständlich Techniken vermittelt, die die Verhaltenstherapie
entwickelt hat, also jene Psychotherapieschule, die nachweislich
bei der Behandlung von Zwangserkrankungen am erfolgreichsten ist.
Sollte man nach der Lektüre feststellen, dass man allein nicht weiterkommt,
findet man nicht nur Tipps, wohin man sich wenden kann, sondern
hat nach dem Ausfüllen der Arbeitsblätter schon einige wichtige
Bausteine für eine Therapie.
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Was sind Zwangserkrankungen?
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Wie entstehen sie? Was hält sie am Leben?
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Wie kann man sich selbst helfen?
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Wie kann man Familie und Freunde einbeziehen?
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Wo kann man Hilfe finden, wenn die Selbsthilfe nicht ausreicht?
Beispiel
Frau Clemens litt unter einem Wasch- und Reinigungszwang. Sie befürchtete,
durch Verschmutzung und Keime krank zu werden. "Ansteckungsquellen"
waren für sie Geld, Münzen und Scheine, weil diese von vielen Leuten
berührt werden. Andere "Ansteckungsquellen" waren z.B. Türklinken
in öffentlichen Gebäuden, Haltegriffe in der Straßenbahn usw. Einkaufen
ging sie nur noch mit dünnen Handschuhen. Wenn jemand fragte, sagte
sie, sie habe eine Nickelallergie. Wieder zuhause warf sie die Handschuhe
gleich in einen Eimer im Flur und wusch sich intensiv die Hände.
Danach wischte sie die eingekauften Sachen gründlich sauber, vorsichtshalber
auch den Platz, an dem sie die Einkaufstüten beim Hereinkommen abgestellt
hatte. Anschließend wusch sie sich noch mal die Hände, bis sie sich
sauber fühlte. Sie wusste eigentlich, dass ihre Angst und ihre Vorsichtsmaßnahmen
übertrieben waren, aber sie konnte sich nur schwer dagegen wehren.
Wenn ihr Ehemann abends von der Arbeit kam, musste er sich gleich
die Hände gründlich waschen, damit auch er die Keime und die Verschmutzung,
die er von draußen mitgebracht hatte, nicht in der Wohnung verteilte.
Er fand das zwar übertrieben, aber er wusste, wenn er es nicht machte,
dann ginge es seiner Frau sehr schlecht, und der Abend wäre beiden
verdorben. Deshalb gab er lieber nach und wusch sich gründlich,
so wie sie es wünschte.
Rezensionen
"Das Buch verspricht im Untertitel Hilfe zur Selbsthilfe. Und es
erfüllt alle Voraussetzungen, dass es diese Hilfe auch bieten kann.
Es ist handlich: ein Taschenbuch mit 120 Seiten. Eine einfache,
klare, sachliche Sprache macht es leicht, den Ausführungen zu folgen,
die von Anfang an ganz direkt an einen Leser gerichtet sind und
mit diesem bis zum Schluss einen Dialog aufrechterhalten. Das Anliegen
der Autoren, niemanden auf der vielleicht langwierigen Reise durch
das dünne Büchlein zu verlieren, ist immer wieder spürbar. Wer sich
entschieden hat, mit dieser Hilfe die Selbsthilfe zu wagen, dürfte
dafür dankbar sein." (Felix Leps, Psychosoziale Umschau 3/2004)
"Anleitung zur Selbsttherapie mit vielen Beispielen und praktischen
Tips. Geeignet für Leute, die mit ihren Zwängen nicht
mehr zurecht kommen, keine andere Möglichkeit der Abhilfe sehen
und sich weder durch den etwas lehrerhaften Ton, angesiedelt zwischen
Herablassung und Kumpelhaftigkeit, stören lassen noch durch
die Tatsache, dass das aktuelle Forschungsprojekt der "Deutschen
Gesellschaft für Zwangserkrankungen" (DGZ), dessen Gründungsvorsitzender
Iver Hand ist und dessen Wissenschaftspreis 2003 Susanne Fricke
erhielt, laut der im Buch angegebenen DGZ-Website aus stereotaktischer
Tiefenhirnstimulation besteht, siehe Anmerkung am Ende des Rezensionstextes.
Diese 2. Auflage begnügt sich mit dem Hinweis auf Selbsthilfegruppen
(ausschließlich den eigenen Verband), Psychotherapie und natürlich
synthetische Psychopharmaka, speziell die marktaktuellen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.
Diese werden trotz ihrem Risikoreichtum und der bekannten möglichen
Schäden verharmlosend dargestellt ("meistens gehen die
Nebenwirkungen nach ein bis zwei Wochen wieder weg"), paradoxe
Reaktionen wie z.B. suizidale Wirkungen oder Rezeptorenveränderungen
(Downregulation) und demzufolge körperliche Abhängigkeit,
steigende Dosierungen zwecks Beibehaltung der Wirkung und Entzugsprobleme
beim Absetzen werden gar nicht erwähnt Pharmasponsering
lässt grüßen. Wer sich über den Sinn und Zweck
der Einnahme von Psychopharmaka informieren will, für den bzw.
die wird der Hausarzt oder die Psychiaterin als einzig "richtiger
Ansprechpartner" empfohlen. Die Geringschätzung des Erfahrungsschatzes
von Betroffenen könnte kaum deutlicher zum Vorschein kommen.
Anmerkung: Unter www.zwaenge.de/aktuelles/media/Tiefenhirnstimulation.pdf,
quasi im Anhang des Buches, finden Interessierte Adressen von Ansprechpartnern
der DGZ, wenn sie sich ihre Schädeldecke aufbohren und eine
Stimulationselektrode in den rechten Nucleus accumbens, eine spezielle
Hirnregion, einsetzen lassen wollen. Da der Neurochirurg nach der
Operation den Impulsgenerator, der unterhalb des Schlüsselbeins
in den Körper eingebaut wird, auf die geeignete Stimulationsintensität
und -frequenz programmiert, um Zwangssymptome zu unterdrücken, wäre
die Bedienung des Impulsgenerators durch den auf die Haut aufgelegten
Programmierkopf ein weitergehender Schritt zur sozialpsychiatrischen
Selbsthilfe. Die Betroffenen könnten auf diese (elektromagnetische)
Weise die Fernsteuerung in ihrem Gehirn selbstbestimmt und gemeindenah
ein- und ausschalten. Da es sich um ein aktuelles Forschungsprojekt
der DGZ handelt, ist dieses Thema in der vorliegenden zweiten Auflage
des Buches leider noch nicht ausgeführt, man darf also auf
die nächste Auflage gespannt sein. (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)

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