Michael Dellwing / Martin Harbusch (Hg.):
Krankheitskonstruktionen und Krankheitstreiberei – Die Renaissance der soziologischen Psychiatriekritik
Cover Kartoniert, 416 Seiten, 20 Abbildungen, 14,8 x 21 cm, ISBN 978-3-531-18783-9. Wiesbaden: Springer VS – Verlag für Sozialwissenschaften 2013. € 49.99 / Preis in sFr / lieferbar innerhalb von 3 Tagen oder Bestellung mit Formular
  Soft cover, 416 pages, 20 figures, 14,8 21 cm, ISBN 978-3-531-18783-9. Wiesbaden: Springer VS – Publishing House for Social Sciences 2013. € 49.99 / Price in CHP / US-$ · other currencies / deliverable within 3 days
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Mit Beiträgen auch internationaler Autorinnen und Autoren, zur Hälfte in englischer Sprache, zur biomedizinischen, psychologischen und pädagogischen Medizinalisierung komplexer sozialer Probleme und Konflikte. Unter anderem mit den Artikeln »Verkaufsfördernde Krankheiten erfinden, behandlungsbedingte Erkrankungen tabuisieren – Zwei Seiten der Medaille ›Psychiatrie‹« von Peter Lehmann und »Das Berliner Weglaufhaus als Beispiel antipsychiatrischer Praxis« von Christiane Carri und Martin Abrahamowicz. Originalausgabe

Original-Verlagsinfo

Die Psychiatrie gehörte einmal zu den prominentesten Zielen soziologischer Kritik: Die Subjektivierung und Verkörperlichung von Interaktionsproblemen als objektive "Krankheitszustände“ konnte aus soziologischer Perspektive lange nur als simplistische Verkürzung komplexer sozialer Prozesse auffallen. Diese Kritik ist seit den achtziger Jahren eingeschlafen. Vor allem im Kernland der psychiatrischen Selbstverständlichkeit, den Vereinigten Staaten, hat jedoch in den letzten Jahren nicht nur eine wiedererwachende soziologische Betrachtung des Feldes neue Popularität gewonnen; es sind zudem zunehmend kritische Stellungnahmen innerhalb der Psychiatrie aufgekommen, die von den angeblichen wissenschaftlichen Nachweisen somatischer Krankheitszustände, ihren gehirn- und hormonzentrierten Ätiologien und dem Sinn der medikamentzentrierten Reaktionen auf sie nicht mehr überzeugt sind. Diese Perspektive bleibt nicht allein bei medizinisch orientierten Institutionen stehen; auch soziale, psychologische und auch pädagogische Einrichtungen stellen mit ihrer Arbeit genau die Phänomene her und verstärken sie, die sie doch öffentlich zu bekämpfen versuchen. Im vorliegenden Band suchen prominente internationale Diskussionsteilnehmer aus Soziologie, Psychologie und Psychiatrie Auswege aus der biomedizinischen, psychologischen und pädagogischen Vereinfachung komplexer sozialer Probleme und Konflikte.

Über die Herausgeber

Dr. Michael Dellwing ist wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl Makrosoziologie der Universität Kassel.

Martin Harbusch ist Doktorand am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel.

English Information

The title of this book in English would be Disease Constructions and Disease Mongering: The renaissance of sociological critics of psychiatry. It reassesses the sociological debates on psychiatry in light of the new criticism arising against the DSM both inside and outside of psychiatry. It includes fourteen original texts; some are written in English, some in German. It summarizes the past and present positions sociology has taken with regard to psychiatry and sociology's lingering interest in the construction and naturalization of normality, normal selves and normal interaction in psychiatric practice, especially its biomedical variant that came to dominate with the advent of DSM-III in the 1980s. It also addresses practical current efforts to resist the dominant biomedical model in psychiatry and psychiatric practice. English contributions by Eva Illouz, David Cohen, Paula Caplan, and many more.