Brückenschlag
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Editorische Notiz | Liefer- & Zahlungsbedingungen incl. Widerrufsrecht | home | zurück zur letzten Seite »Das Eigene ist das eigentlich Fremde eigen ist uns wirklich das Fremde.« Mit Beiträgen u.a. von Dorothea Buck, Ilse Eichenbrenner, Gertrud auf dem Garten, Hannelore Klafki, Leo Navratil und Fremd sein Fremd bleiben von Kerstin Kempker Original-Verlagsinfo In früheren Tagen begab man sich auf Reisen, um fremde Orte und Menschen kennenzulernen. Heute sind uns „die fremden Welten“ durch Fernsehen und Internet vermeintlich nah und vertraut geworden. Fremd können uns auch Erlebnisse sein, die für andere ihr ureigenstes Terrain sind, z.B. die Welt der psychischen Erkrankungen. Unlogisch, durchgeknallt für die einen, die einzig mögliche Ordnung in einer undurchschaubaren Welt für die anderen. Wir laden Sie ein zu einer Begegnung mit fremden Welten jeglicher couleur mit dem Fremden in uns und um uns. In Form von Bildern, Gedichten, Kurztexten, als Wissenschaft und Literatur. Diesmal mit Beiträgen von Renate Schernus, Dorothea Buck, Klaus Leferink, Kerstin Kempker, Thomas Bock, Susanne Rasser, Leo Navratil, Jutta Jentges, Christian Geissler, Ilse Eichenbrenner, Wolfgang Sieg, Marina Schnurre, u.v.a.m. sowie wieder diversen Rezensionen In früheren Tagen begab man sich auf Reisen, um fremde Orte und Menschen kennen zu lernen. Heute dagegen bringen uns Fernsehen und Internet in entfernte Länder und zeigen uns andersartige Kulturen dieser Welt. Die fremden Welten sind uns trotz aller Fremdheit vermeintlich nah und vertraut geworden. Ebenso vermeintlich nah und dann doch so fremd erleben wir oft auch die Welten in uns. Unseren Körper verstehen wir erst mit der Hilfe von ÄrztInnen. Aber manches gibt auch diesen Rätsel auf. Insbesondere die Seele, die Psyche, das Unbewusste sind für uns unbekannte Landschaften. Unsere Gefühle überraschen uns. Wir reagieren plötzlich ängstlich, sind unvermutet aggressiv oder auch verliebt. Dann wieder wissen wir, wie wir eigentlich handeln sollten. Aber wir handeln doch ganz anders und wissen nicht, warum. Fremde Welt der Psyche. Schatten. Als wir vor einem Jahr um Texteinsendungen zum Thema Fremde Welten baten, ahnten wir nicht, was uns erwartete. Nicht nur quantitativ ein riesiger Berg, auch qualitativ ein »weites Feld«, ein Kaleidoskop von Themen. Auf verschiedenen Wegen nähern sich unsere AutorInnen dem Thema. Und die Welten, von denen sie berichten, sind vielfältig. Da ist der Computerarbeiter, der sich selbst fremd geworden ist. Der schwarze, psychisch kranke Asylbewerber, der seinen deutschen Mitmenschen doppelt fremd und unheimlich ist. Ein Mensch, der zum ersten Mal mit seltsamen Wahrnehmungsweisen seines eigenen Körpers / Kopfes konfrontiert wird. Und dann vielleicht in ein ihm völlig unbekanntes Gebiet, die Psychiatrie, gerät. Dort auch von außen entfremdet wird. Als Patient, der sich durch Medikamente von sich selbst entfremdet. Fremd können uns aber auch Erlebnisse und Wahrnehmungsweisen sein, die für andere ihr ureigenstes Terrain sind. Ein solches Terrain ist die Welt der Psychosen. Unlogisch, durchgeknallt für die einen, für andere die einzig mögliche Ordnung in einer ansonsten undurchschaubaren Welt. Insofern stellt das Umgehen mit Fremden auch immer die Frage nach meinem Verhältnis zum Anders-Sein. Fremdheit ist nicht das Problem, sondern ob ich das Fremde als solches akzeptiere oder die Fremden als Bedrohung wahrnehme und im schlimmsten Fall wie die Skins vor einiger Zeit in Magdeburg wie Tiere jage. Wir sollten vielleicht das Fremde erst einmal kennenlernen, wie FRITZ BREMER es in einem Übungsgedicht beschreibt: das Eigene ist das eigentlich Fremde eigen ist uns wirklich das Fremde fremd und eigen Übungssätze bei Auskehr Wir laden Sie ein zu einer Begegnung mit fremden Welten. Des Fremden in uns und um uns. In Form von Gedichten, kurzen Texten, von Wissenschaft und Literatur. Aber auch in den manchmal etwas unheimlichen Bildern. JÜRGEN BLUME |