Michaela Amering / Margit Schmolke Kartoniert,
302 Seiten, 14 x 21,5 cm, ISBN 978-3-88414-421-3. Bonn: Psychiatrieverlag,
3. Auflage 2010. € 24.90 / sFr 37.50 / sofort ieferbar
Über die Autorinnen | Inhaltsverzeichnis | Geleitwort von Heinz Katschnig | Rezension | Liefer- & Zahlungsbedingungen incl. Widerrufsrecht | home | zurück zur letzten Seite Alles über Recovery, was aus Sicht der Sozialpsychiatrie wichtig scheint. Originalausgabe Original-Verlagsinfo Hoffnung macht Sinn. Das ist die Essenz der Recovery-Bewegung. Hier werden von Betroffenen initiierte Genesungs-Konzepte und Erfahrungen mit Schizophrenie für Betroffene, aber auch als Maßstab für professionelles Handeln, bereitgestellt. Michaela Amering und Margit Schmolke sehen die großen Chancen, die von dieser Bewegung und einer personenzentrierten Behandlung bei Psychosen für die Psychiatrie ausgehen. Schizophrenie ist heilbar, so lautet die nun mit Daten der Verlaufsforschung belegte Botschaft. Recovery setzt den Empowerment-Gedanken schlüssig um. Die paternalistisch-fürsorgliche Haltung gegenüber Nutzerinnen des psychiatrischen Systems tritt in den Hintergrund. So ist es konsequent, dass im Buch mit dem einzigartigen Überblick über die Voraussetzungen und Grundannahmen der Recovery-Forschung Psychiatrie-Erfahrene als Forscher diskutiert werden. Wilma Boevink und Ron Coleman sind zwei der sieben mit ihrer Lebensgeschichte und Arbeit vorgestellten Symbolfiguren, aber sie betonen selbst, dass sie keine Ausnahmeerscheinungen sind. Auf einer neuen, ganzheitlich gedachten Ebene kann Gesundheit wieder erfahrbar werden. Es ist das Verdienst der Autorinnen zu zeigen, wie die persönlichen Erfahrungen von an Schizophrenie erkrankten Menschen zur Konzeptbildung in die wissenschaftliche Psychiatrie integriert werden können. Schizophrenie ist heilbar, so lautet die Botschaft des Buches. Hier werden Genesungs-Konzepte und Erfahrungen mit Schizophrenie als Maßstab für professionelles Handeln aufgezeigt. Die Autorinnen Michaela Amering und Margit Schmolke sehen die großen Chancen, die von der aktuellen Recovery-Bewegung und einer personenzentrierten Behandlung bei Psychosen für die Psychiatrie ausgehen. Recovery setzt den Empowerment-Gedanken schlüssig um. Die paternalistisch-fürsorgliche Haltung gegenüber Nutzerinnen des psychiatrischen Systems tritt in den Hintergrund. Wilma Boevink und Ron Coleman sind zwei der sieben mit ihrer Lebensgeschichte und Arbeit vorgestellten Symbolfiguren. »Dieses Buch ist unglaublich positiv. Es redet nicht nur über Hoffnung, sondern es macht Hoffnung. Daher ist es auch ein therapeutisch wirksames Buch und zwar für Fachpersonen, Betroffene und Angehörige gleichermaßen. Leichtfüßig und leicht verständlich geschrieben, liest es sich streckenweise wie ein spannender Roman.« (Andreas Knuf) Michaela Amering, Jg. 1961, ist Professorin und Oberärztin der Abteilung für Sozialpsychiatrie der Universitätsklinik für Psychiatrie an der Medizinischen Universität Wien. Sie ist im Vorstand der Sektion »Public Policy and Psychiatry« des Weltverbandes für Psychiatrie und der Sektion »Women's Mental Health« des Verbandes Europäischer Psychiaterinnen. Seit vielen Jahren verfolgt sie die internationale Entwicklung der Betroffenenbewegung und beschäftigt sich mit den großen Chancen, die durch eine starke Betroffenenbewegung und eine trialogische Gestaltung der Psychiatrie entstehen. Margit Schmolke, Jg. 1957, Dr. phil, ist Psychologische Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin im Raum München. Sie arbeitet am Lehr- und Forschungsinstitut der Deutschen Akademie für Psychoanalyse und ist Mitglied der Sektion »Psychoanalyse in der Psychiatrie« und im Vorstand der Sektion »Prävention und Psychiatrie« des Weltverbandes für Psychiatrie. Ihre Doktorarbeit zu Gesundheitsressourcen von Menschen mit Schizophrenie-Diagnose erschien 2001 im Psychiatrie-Verlag. Recovery ist ein relativ neuer Begriff im psychosozialen Bereich, den sowohl psychiatriekritische als auch psychiatrische Kreise breit einsetzen. "Recovery" kann man übersetzen mit Bergung, Besserung, Erholung, Genesung, Gesundung, Rettung oder Wiederfindung. Die positive Konnotation der Hoffnung ist allen Verwendungstypen gemeinsam, kann aber in völlig unterschiedliche Richtungen zielen. Manche meinen mit Recovery die Erholung von einer psychischen Krankheit, das Nachlassen der Symptome oder die Gesundung. Andere denken dabei an die Erholung von unerwünschten Wirkungen der verabreichten Psychopharmaka nach dem Absetzen, die Wiedergewinnung der Freiheit nach Verlassen des psychiatrischen Systems oder die "Rettung aus dem psychiatrischen Sumpf". Im vorliegenden Buch geht es um Recovery durch psychiatrische Behandlung, rasante Entwicklungen hätten hierzu beitragen. Damit meinen die Autorinnen offenbar atypische Neuroleptika à la Zyprexa, bekannt geworden durch seine Diabetes-auslösende Potenz. Die Autorinnen informieren über viele psychiatrische Recovery-Programme im In- und Ausland, von denen man sonst nie etwas hören würde (leider ohne auf die Frage der Praxisrelevanz einzugehen). Manche Leser werden sich freuen, dass eine Reihe von Publikationen Psychiatriebetroffener aufgelistet werden, dass Forschung und Fortbildung aus der Perspektive Psychiatriebetroffener thematisiert wird und ein Paradigmenwechsel des psychiatrischen Glaubens an die sogenannte Unheilbarkeit von Geisteskrankheiten gefordert wird. Mir allerdings gibt die Ausblendung psychiatriekritischer (antipsychiatrischer) Erfahrungen von Leuten zu denken, die sich wieder erholt haben, indem sie der Psychiatrie den Rücken kehrten. Pat Bracken vom Internationalen Netzwerk für Alternativen und Recovery (INTAR - www.intar.org) schreibt in dem Buch "Statt Psychiatrie 2" : "Die radikalste Folgerung der Recovery-Bewegung (...) besteht in der Feststellung, dass es die Betroffenen sind, die das größte Wissen und die meisten Informationen über Werte, Bedeutungen und Beziehungen besitzen. Im Sinne der Recovery-Bewegung sind sie die wahren Experten." Man mag es eigentlich nicht mehr lesen, wenn psychiatrisch Tätige sich selbst für die einzig wahren Experten halten. Dass in diesem Weltbild noch nicht einmal INTAR einen Platz hat, ein internationaler Zusammenschluss aller wesentlichen Alternativansätze wie Soteria oder Windhorse, ist traurig. (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten) |