-
Über die Unzulässigkeit von Forderungen nach
allgemeiner Schweigepflichtsentbindung angesichts der
Tatsache, dass man dadurch Dritten Möglichkeiten zur
Informationserhebung und -auswertung eröffne, die für
einen selbst völlig undurchschaubar seien (Beschluss
des Bundesverfassungsgerichts vom 23.10.2006
1
BvR 2027/02
-
In seiner Entscheidung zum Akteneinsichtsrecht im
Maßregelvollzug vom 9.1.2006 (2
BvR 443/02) hat das Bundesverfassungsgericht den
hohen Wert dieses Rechts betont (was selbstverständlich
auch für Bereiche jenseits der Forensik gelten
sollte) und ausgeführt: "Ärztliche
Krankenunterlagen mit ihren Angaben über Anamnese, Diagnose
und therapeutische Maßnahmen betreffen den Patienten
unmittelbar in seiner Privatsphäre. Deswegen und wegen
der möglichen erheblichen Bedeutung der in solchen Unterlagen
enthaltenen Informationen für selbstbestimmte Entscheidungen
des Behandelten hat dieser generell ein geschütztes
Interesse daran, zu erfahren, wie mit seiner Gesundheit
umgegangen wurde, welche Daten sich dabei ergeben haben
und wie man die weitere Entwicklung einschätzt. Dies
gilt in gesteigertem Maße für Informationen über die
psychische Verfassung."
-
Rolf
Marschner / Martin Zinkler: Das Recht auf Einsicht in
psychiatrische Krankenunterlagen – rechtlich umfassend
und therapeutisch sinnvoll, in: Recht und
Psychiatrie, 29. Jg. (2011), S. 3-7
-
Peter
Lehmann: Standard-Antwort auf Ihre Anfrage zum Recht
auf Einsicht in Ihre psychiatrischen Behandlungsunterlagen
-
Edmund
Schönenberger: Akteneinsicht und notwendige Verteidigung
Straf- und psychiatrisch Verfolgter. Unveröffentlichter
Artikel vom 24. Oktober 2008 über die menschenrechtswidrige
Verweigerung des Rechts auf Akteneinsicht gegenüber
Psychiatriebetroffenen insbesondere in Gerichtsverfahren
-
Rechtsanwalt
Dr. Martin Riemer, Brühl/Rheinland: Recht auf Einsicht
in Krankenunterlagen. Kommentar zur Entscheidung
des Bundesverfassungsgerichts (NJW 16/2006, S. 1116)
-
Thomas
Ratajczak / Christoph M. Stegers: "Medizin-Haftpflichtschäden.
Ausgewählte Entscheidungen und Hinweise für die
praktische Fallbearbeitung". Kompetentes Buch von
1989 mit einer präzisen Darstellung des Problems
um die Akteneinsicht. Der C. F. Müller Juristischer
Verlag erteilte freundlicherweise die Genehmigung, die
Seiten 12-14 und 151-158 als pdf-Scans abzubilden. Siehe
www.antipsychiatrieverlag.de/versand/titel/ratajczak.htm#pdfs
-
Peter
Lehmann: Machtpoker der Psychiater um das Recht auf
Akteneinsicht, in Pro mente sana aktuell,
1988, Nr. 4
-
Peter
Lehmann: Akteneinsicht: Das Bundesverfassungsgericht
hat gesprochen. Jetzt ist die Europäische Menschenrechtskommission
gefordert, in Die
Irren-Offensive Zeitschrift von Ver-rückten
gegen Psychiatrie. Heft 3 (1987)
-
Peter
Lehmann: Psychiatrieakten zu Geheimakten erklärt,
in Die
Irren-Offensive Zeitschrift von Ver-rückten
gegen Psychiatrie. Heft 2: Friede den Ver-rückten
(1983)
-
Peter
Schäfer: Der Krieg der Psychiater gegen das Einsichtsrecht
und Entscheidung in Karlsruhe: Einsichtsrecht abgeschmettert,
in Türspalt, 1983, Heft 9 ("Heilserwartungen
der Psychiatrie")
-
Peter
Lehmann: Der Kampf um den Einblick in meine "Kranken"-Akte
"Das Seelenheil des Patienten gebietet Schweigen",
in Die Irren-Offensive Zeitschrift von Ver-rückten
gegen Psychiatrie. Heft 1: Mit uns nicht mehr! (1981)
-
Peter
Lehmann: Akteneinsicht für Psychiatrie-Patienten,
Interview, in: AK ("Arbeiterkampf"),
Januar 1981
-
Peter
Lehmann: Das Seelenheil des Patienten gebietet Schweigen,
in: Birgit Kerstan & Helga Wilde (Hg.): "Selbstbestimmung
in der Offensive Frauenbewegung Selbsthilfe Patientenrechte"
(Dokumentation des Gesundheitstages Berlin 1980, Band
5), Berlin: Verlagsgesellschaft Gesundheit mbH 1981
-
Peter
Lehmann: Krankenakte die beknackte, Leserbrief,
in Die Tageszeitung vom 25. Juni 1980, S. 3
-
Peter
Lehmann: Zombies in der Psychiatrie, in Keep
Left Zeitung für Vorklinik + Klinik
(Freie Universität Berlin), Nr. 13 / April 1980