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Persönliche
Beweggründe für antipsychiatrisches Handeln
Es sind die Toten. Und so etwas wie Zufall,
trotz verschiedenster Anläufe nicht dazuzugehören.
Es ist die Fortsetzung meiner Mainzer
Anstaltszeit (1),
fünf Monate als 'Schizophrene' auf der Geschlossenen mit
Insulin- und E-Schocks und haufenweise Neuroleptika, Tranquilizern,
Barbituraten und Antidepressiva. Mein hartnäckiger Wunsch,
diese 'Behandlung' zu beenden, führte mich 1976 ins Schweizer
'Sanatorium Bellevue', die Edel-Klapse am Bodensee, die noch vom
alten Ruhm Ludwig Binswangers zehrte und zwei Jahre nach meinem
(kassenfinanzierten) Aufenthalt unter dessen Sohn, einem zerstrittenen
Vorstand und durch das Ausbleiben der reichen Irren aus Übersee
pleite ging.
Ich 'fand Aufnahme' auf der Geschlossenen und war in illustrer
Gesellschaft. Zwei Jahre lang saß ich mit der entlaufenen
Nonne aus Luxemburg, dem afrikanischen Häuptlingssohn, der
angehenden Schauspielerin, dem Sterndeuter und dem Münchner
Fabrikantensohn, der Germanistikstudentin aus Frankfurt und der
Malerin aus den USA, der alten Dame (die ihre Möbel mitgebracht
hatte) und dem Rudolf-Steiner-Verehrer (der seine Möbel zertrümmerte)
in verblichenen Sofaecken im alten Gemäuer in einem noch
älteren finsteren Park und tat nichts. Der süßlich-morbide
Schauder, die Zauberberg-Atmosphäre, die fatale Schweizer
Höflichkeit und vornehme Zurückhaltung ließen
meine wiedererwachenden und von Neuroleptika kaum zu dämpfenden